Und dann kam …

… wieder einmal viel Gegend. Weil ich mich in letzter Zeit ein paar Mal mehr oder weniger verfahren habe. Und das sogar mit einigem Vorsatz.

 

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… schon wieder ein Schranken, der die Straße versperrt. Ich erkunde den Nebelstein und sein Umland. Als weichgespülter Pfadfinder im wahrsten Sinne des Wortes. Weichgespült, weil im Auto sitzend. Pfadfinder, weil unterwegs ohne GPS, nur mit dem Autoatlas, dessen Karten zu ungenau sind. Am Handy kein Empfang. Rund um mich Wald, durchbrochen von gelegentlicher Zivilisation. Meine Augen schweifen über Hügel, scannen Straßenschilder. Die genaue Karte ist im Kopf, hat aber bereits wieder Lücken. Darum jetzt eine gesperrte Forststraße und kein Weiterkommen. Also zurück. Plötzlich vertrautes Gelände. Ich lasse das Auto stehen und gehe den Rest zu Fuß. Ich bin da! Endlich!


Von mir an dieser Stelle heute ein Drabble (exakt 100 Wörter sollen es sein). Diese wunderbare Übung, um mich kürzer zu fassen. 🙂

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Nochdenga übers Redn.

Das Wochenthema im Mitmachblog lautet Dialekte.
Na daun, geh ma’s au! So schwer kau des jo nit sei! Oda do?

Bei näherer Betrachtung ist das mit dem Dialekt gar nicht immer so eindeutig. Und ich muss gestehen, ich bin nicht konsequent in der Ausübung von Sprache und Dialekt. Mein kleiner Bruder, der übrigens gar nicht so klein ist, kennt da kein Pardon. Er schreibt im Dialekt. Was nicht immer ganz einfach ist und am besten funktioniert, wenn man sich selber laut vorliest, was er so zu sagen hat.

Für alle vehementen Sprachbewahrer habe ich eine schlechte Nachricht: Ihr Bemühen wird vergebens sein. Und wenn nicht vergebens, so doch nicht von Dauer. Denn Sprache verändert sich. Ob zum Besseren oder Schlechteren, das sei dahingestellt. Gut ist trotz allem, wenn überhaupt noch miteinander gesprochen wird. Das mit dem gegenseitigen Verstehen bekommt man dann schon hin. Einer wird sich hoffentlich finden, der und das alles ausdeutscht.

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Wer hat sich denn DAS Thema ausgesucht? Dachte ich zuerst. Do foit ma goa nix ei!
Dialekt spricht man eben. Oder auch nicht. Ich bin mit meinem Dialekt aufgewachsen. Und bin deshalb in späteren pubertären Jahren herablassend angesehen worden von jenen in der Schule, die selbst auch Dialekt sprachen. Einen anderen Dialekt. Aber eben nicht so herausragend. Die Kränkungen von damals habe ich überwunden. Vergessen werde ich sie trotzdem nicht. Dialekt zu sprechen kann einem einen Stempel aufdrücken. Den des Hinterwäldlerischen, der Einfältigkeit, den des tumben Bauerntrampels. Den Stempel bekommt man erst wieder weg, wenn man das Umfeld wechselt, geografisch wie sozial gesehen.

Noch später in der großen Stadt wurde ich groß angesehen, weil man mich nicht verstand, wenn ich Dialekt sprach. Zustimmung konnte ich da schon einmal in einem „Jo eh i a!“ bekunden. Diese Aneinanderreihung von Vokalen zog des öfteren fragende Blicke nach sich.

Richtig Dialekt habe ich…

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Kopfüber …

Man kann sich kopfüber in ein Abenteuer stürzen. Oder sich Hals über Kopf verlieben. Oder aber man übt ein wenig Yoga im Kopf- oder Handstand. Könnt ihr nicht? Kann ich auch nicht, wollte nur ein bisschen angeben! Funktioniert sowieso einfacher mit einer Vorbeuge in der Grätsche. Herabschauender Hund, Kamel oder die altbekannte Brücke stellen die Welt ebenfalls auf den Kopf. Und dann, ja dann kommen womöglich alte Erinnerungen wieder hervor, wenn man seinen Kopf nicht wie üblich hoch trägt, sondern die Dinge verkehrt herum betrachtet.

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… stürze ich mich manchmal in Abenteuer. Viel zu selten, wenn ich es recht betrachte.

Als Kind liebte ich es, in einem der Apfelbäume herum zu klettern, um schließlich mit den Kniekehlen um einen Ast lang gestreckt nach unten zu hängen. Mich völlig entspannt von der Schwerkraft nach unten ziehen zu lassen, die Arme über den Kopf gen Boden gereckt. Nicht ganz eindeutig sichtbar, ob nun meine Arme länger sind oder meine langen braunen Haare, die ebenfalls den Gesetzen der Schwerkraft folgten. Es war der kleine Apfelbaum. Denn trotz aller Verwegenheit und Akrobatik wollte ich doch nicht riskieren, dass ich weit abstürze, sollte ich die Kontrolle verlieren. Kopfüber ja, aber doch mit den sinnbildlichen Füßen am Boden oder zumindest nahe am Boden.

Wenn ich heute meinen Vater daheim besuche und dabei eine Runde um den Hof meines Bruders gehe, komme ich immer an den Apfelbäumen vorbei. Auch der kleine Apfelbaum…

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Zeitloser Wahnsinn.

Gestern war heute noch morgen … im Mitmachblog vergeht die Zeit anders. Oder doch nicht? Mit dem Einkaufswahnsinn vor Feiertagen ist es aber überall gleich. Das ist ein zeitloses Thema. 🙂

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Ach ja, gestern. Da hatte es wahrlich den Anschein, als gäbe es kein Morgen mehr. Der samstägliche Einkaufswahnsinn erfuhr eine Steigerung allein durch den Umstand, dass der Muttertag vor der Tür stand. Der eine Supermarkt hatte die Blumensträuße für den großen Tag der Mütter strategisch unklug gleich beim Eingang platziert. Auf dass es sich gleich hier mal ordentlich staute. Das jüngere Kind und ich manövrierten uns durch Einkaufswagen und Menschen. Überdurchschnittlich viele Männer waren da auf der Jagd nach duftigem Grünzeug für die eigene Mutter oder die Mutter ihrer Kinder, völlig überfordert vom Multitasking, gleichzeitig ein Wagerl zu steuern und das Angebot zu sondieren.

Als gäbe es kein Morgen auch im nächsten Einkaufsmarkt. Die gekreuzten Gummistiefel, naja, Lagerhaus eben. Hier am Land in unserer Kleinstadt hat es ohnehin immer den Anschein, dass sie da etwas verschenken, gerade, dass die Autos nicht übereinander parken. Ich habe einmal quer über den Parkplatz…

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Aussprache.

Spieglein, Spieglein – das Wochenthema im Mitmachblog. Von Spiegeln schrieb ich ja schon öfter. Einmal hat sich mein depressiver Badspiegel geoutet und ein anderes Mal habe ich eine wunderhübsche Frau getroffen.

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Du liebes Spieglein, kennst mich noch?
Ich, Frau Vro, ich bin es doch!

Nein, Madame, Ihr seid mir nicht bekannt!
Seid hier wohl zufällig vorbei gerannt.

Aber nein, ich wohne immer hier.
Das ist schon lange so, das glaube mir!

Nein, ich kenn Euch wirklich nicht,
ich merke mir schließlich jedes Gesicht.
Doch das Eure sah ich noch niemals,
nicht vom Scheitel bis zum Hals.
Immer nur kommt da ein Mann
und glotzt bartstoppelig mich an.
Oder zwei Kinder, die schnell gucken
und mich dann mit Zahnpasta bespucken.

Spiegelein, ich glaube fast Du träumst,
dass Du mich jeden Tag versäumst.
Ich bin nämlich ständig da im Haus,
jeden Tag, jahrein jahraus.

Madame, das verbitte ich mir, hören Sie!
Wir sind nicht per Du, das waren wir noch nie.

Da hast Du Recht, mein lieber Spiegel,
denn Du spielst mit mir übel,
zeigst mir nur Pickel und Falten,
nichts als Unangenehmes willst Du…

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Mag ich nicht …

Mag ich nicht … letzte Woche im Mitmachblog. Es gäbe reichlich dazu zu sagen. Manches davon ist nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Manches ist aber auch so banal, dass ich erst gar nicht drüber reden will. Das mit dem „nicht“ ist überhaupt so eine spezielle Sache.

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Ehrlich, ich mag’s nicht, wenn ich nur eine Woche Zeit habe. Das ist schon mal das Erste.

Dann ist das ganze Thema ungeschickt gewählt. Dieses „nicht“. Das ist schlecht. Ganz schlecht. Weil man, wenn man erst mal Kinder hat, dauernd zu hören bekommt, man möge das Wörtchen „nicht“ vermeiden, weil es nicht im Gehirn ankommt. „Fall nicht runter!“ wäre demnach die Aufforderung an das Kind, sofort vom Sessel, der Leiter, dem Baum, dem Hochhaus hinunter zu fallen. „Tu dir nicht weh!“ Zack! Bumm! Schon ist der Finger ab oder die Zehen angestossen oder das Messer steckt im Oberschenkel.

Mag ich nicht … Heißt das jetzt, mein Hirn versteht das gar nicht? Obwohl, wenn das nicht-Wort bei Kindern nicht ins Hirn kommt, tut es das dann etwa bei Erwachsenen? Oder habe ich gerade vorhin genau das eine gesagt: Dass nämlich mein Hirn das versteht? Also statt „mag ich nicht“ nur „mag ich“. Irgendwie…

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Gedankliche Ostereierei.

Im Mitmachblog geht es natürlich auch um Ostern. Das Thema diese Woche: Ostereierei. Wobei die Gedanken durchaus öfter mal ein wenig eiern und nicht ganz rund laufen.

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Jedes Jahr zu Ostern trifft es die Hasen. Immer wieder sollen sie die bunten Ostereier verstecken. Dabei haben die ja wahrlich Wichtigeres zu tun. Brautschau und dann rammeln, was das Zeug hält. Die Nachfolge sichern. Viele Hasenkinder in die Welt setzen. Immerhin ist man am unteren Ende der Nahrungskette und die kleinen Haserl sind stark gefährdet von Fuchs, Marder, Krähe und Co. Nicht zu vergessen die grüngewandete Jägerschaft und die rollenden Blechdosen auf der Straße, die selbst einen schnellen Hasen im Liebestaumel erwischen können, was dann verharmlosend als Road Kill bezeichnet wird. Der ganze Wahnsinn ja nur deshalb, damit die Gschrappen von den Zweibeinern, die sich so überaus wichtig nehmen, nach bunten Eier suchen können. Weil die, die sich sonst so klug wähnen, denken, sie könnten den Kinderleins nicht die Wahrheit zumuten. Ist ja eigentlich ein Witz, dass sie so feige sind. Da lassen sie die kleinen Menschleins lieber selbst drauf kommen, wie der…

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Chronologie des Sssreckens.

Das Wochenthema im Mitmachblog trifft auf beunruhigende Weise einen wunden Zahn. RAUS DAMIT!

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Meine ersten Gedanken zum Wochenthema behandelten alles Andere als einen Zahn. Raus damit! Ich dachte ans Entrümpeln oder an die ungeduldige Aufforderung, ein Geheimnis zu preiszugeben. Aber mit Sicherheit nicht an einen Zahn.

Jetzt hat es sich aber so ergeben, dass ich am Sonntag Zahnschmerzen bekam. Die quälten mich dann auch noch den ganzen Montag, dass ich quasi nur noch unter Drogen stand. Schmerzlindernde Drogen meine ich und nicht bewusstseinserweiternde. In diesem Fall sah ich mein Bewusstsein wirklich ausreichend erweitert. Also tat ich das Unvermeidliche und wählte die Telefonnummer meines Zahnarztes. Hilft ja alles nichts! Ich hatte zwar bereits einen Termin für die Extraktion meines letzten verbliebenen Weisheitszahnes, aber eben erst eine Woche später.

Heute morgen um 7.30h wurde ich eingeschoben. Als Schmerzpatient. Die Nacht war ruhig verlaufen, der Delinquent hatte wohl nach großartigem Aufbegehren beschlossen, sich lieber wieder ruhig zu verhalten. Aber der Termin stand fest und ich machte mich…

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Da capo.

Das Wochen-Thema im Mitmachblog lautet: Zeitverschiebung. Gerade noch zur rechten Zeit (also vor dem neuen Thema) ein Drabble …

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Eine Geburt. Herzlichen Glückwunsch! Laufen lernen. Reden lernen. Ein halbwüchsiger Teenager werden. Schrecklich auf den Nerven anderer herumtrampeln. Es folgen Matura, Studium, Abschluss. Alles wunderbar – mehr oder weniger. Arbeitssuche. Partner finden, Familie gründen, Haus bauen. Gehört schließlich dazu. Die Zeit läuft und läuft und läuft. Sorglos. Unsterblich. Man ist schließlich  jung. Der Job ist fordernd, die Kinder auch. Die Schulden häufen sich, die Arbeit auch. Manchmal sticht es zwischen den Rippen. Keine Zeit für mehr Bewegung, gesünderes Essen oder einen Arzt. Bämm! Die Zeit verschiebt sich. Schlaganfall. Zurück zum Start. Laufen lernen. Reden lernen. Was noch bleibt hoffentlich besser nutzen.

(Ein Drabble: eine Geschichte mit exakt 100 Wörtern. Das Textprogramm hat für mich gezählt.)

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