Das hat alles einen Sinn, sagte Rufinas Mutter. – Teil 2.

Diese Woche ein Doppelthema im Mitmachblog: „Das hat noch Zeit“ und „Sinn“. Und damit auch eine Doppelgeschichte. Von Fridolin habt ihr ja schon gelesen. Oder nicht? Na dann aber schnell! Auch Rufina hat es nicht leicht. Aber sie lässt sich nicht so leicht unterkriegen.

 

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Wütend stapfte Rufina davon. Wieder einmal war sie mit ihrer Mutter aneinander geraten. Sie hasste all diese blöde Putzerei. Böden scheuern. Betten machen. Kochen. Bügeln. Immer und immer wieder!

Das sei nun einmal ihre Bestimmung, meinte die Mutter. Es habe schon einen Sinn, wenn sie all diese Pflichten übernehmen müsse, das würde sie gut aufs Leben vorbereiten. Vielleicht würde sie sogar einmal in den Dienst eines Burgherren gehen und gutes Geld verdienen. Aber Rufina schnaubte nur genervt und stahl sich bei nächster Gelegenheit in den Wald, wo sie bei der krummen Eiche ein Holzschwert in einem Fuchsbau versteckt hatte. So oft es ging, war sie dort mit den Jungs aus dem Dorf. Sie kämpften gegen unsichtbare Drachen und retteten schwache Burgfräulein. Sie ließ sich nie retten. Sie war wild und ungestüm und immer in vorderster Reihe dabei.

Hausfrauliche Tätigkeiten, die angeblich so sinnvoll zu erlernen waren, fand sie schrecklich. Das…

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Es ist noch Zeit, sagte der Graf. – Teil 1.

Lange wollte mir nichts so Rechtes einfallen zum Thema dieser Woche im Mitmachblog. „Es ist noch Zeit …“ Und dann war sie plötzlich da, diese Idee vom jungen Ritter, der noch viel lernen muss. Ist ja noch Zeit, bekommt er immer zu hören und steht dann in seiner eigenen Burg und hat von nichts eine Ahnung.

Ist ja noch Zeit, denke auch ich mir. Gerade eine halbe Stunde ist es her, dass ich diese erste Geschichte hier getippt habe. Noch ist sie in meinem Kopf und wächst und wächst und wächst. Also wird es die eine oder andere Fortsetzung geben.

Ich bin schon neugierig, was da noch kommt. Ihr auch?

 

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„Es ist ja noch Zeit!“, polterte Graf von Lametta-Glitzertand gutmütig, als der Hauslehrer wieder einmal beklagte, dass des Grafen jüngster Sproß schon wieder seine Prüfungen vermasselt hatte. Da half es auch nichts, wenn der Lehrer darauf hinwies, dass der junge Fridolin schon bald seine eigene Burg verwalten sollte und deshalb darauf vorbereitet gehörte. Doch Lametta-Glitzertand winkte ab. Noch sei genug Zeit. Der Junge würde es schon lernen. Fridolin hielt nicht sonderlich viel vom Lernen. Wozu auch. Es gab schließlich Bedienstete und Untergebene, die ihm vorlasen oder seine Ausgaben zusammenzählten oder ihm die Schuhe banden. Deshalb bemühte er sich auch nicht, all dass zu lernen. Mit einem Wort, er war in allen Fertigkeiten mittelmässig bis schlecht. Am liebsten schrubbte er noch seine Rüstung, bis sie glänzte und er sich darin spiegeln konnte. Die Freude an schimmernden Dingen schien er von seinem Vater geerbt zu haben. Er freute sich schon, wenn er zu…

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Tür zu, Tür auf – das ist hier die Frage!

Tür zu! sage ich zu meinem Jüngeren. Er hat nämlich das undankbarste Zimmer im ganzen Haus. Es ist ein Durchgangszimmer und der Ältere muss da durch, um in sein eigenes zu kommen. Manchmal denken wir, dass wir beizeiten einen Gang einziehen hätten sollen, damit es zwei wirklich getrennte Zimmer sind. Aber diese Gelegenheit haben wir … Tür zu, Tür auf – das ist hier die Frage! weiterlesen

Oh bitte mach‘ die Tür auf!

Tür zu! heißt es diese Woche im Mitmachblog. Manchmal will ich aber eher, dass die Tür aufgeht. Was das mit meinem Auto zu tun hat? Das lest ihr am besten im Mitmachblog.

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Mit meinem Auto habe ich durchaus so meine Erlebnisse. Man kann mit Fug und Recht behaupten, die kleine Rumpel (wie ich mein Auto gerne liebevoll nenne) sei etwas zickig. Denn es gibt Gelegenheiten, da macht sie die Türen nicht auf. Da kann ich auf meinem Schlüssel herumdrücken, was ich will. Die Türen bleiben zu.

Ich stehe direkt vor dem Eingang des Einkaufsmarktes mit den gekreuzten grünen Gummistiefeln. Meine Bewegungen werden zunehmend nervös. Wenn ich nach erfolgtem Wocheneinkauf mit vollem Einkaufswagen bei der Heckklappe meines Kofferraums stehe und die Türen gehen nicht auf, dann versetzt mich das leicht in Unruhe. Denn es ist heiß und die Tiefkühlsachen bleiben nicht ewig tiefgekühlt.

In der Folge können andere Parkplatzbenutzer beobachten, wie ich leicht hysterisch mein Auto umkreise und die Fernbedienung wieder und wieder betätige. Irgendwann reicht es mir und ich ramme den Schlüssel ins Schloß und drehe um, wie man das von früher…

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Was ich will … Gedanken.

Diese Woche im Mitmachblog: „Was ich will …“ Drei Worte, die einen bei näherem Betrachten auf sich selbst zurückwerfen und einen reflektieren lassen.
„Was ich will …“ ist oft viel schwerer zu artikulieren als „Was ich NICHT will …“ Wobei beides manchmal gleichermassen starke Wünsche sind.

 

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Was ich will … Nichts, war ich verleitet zu sagen, um mir den Anschein der Demut zu geben. Um mich so zu zeigen, wie man es von einem edlen zufriedenen Menschen annimmt. Der sich begnügt mit dem, was er hat und nach nichts im Leben verlangt. Nichts will ich? Welch Heuchelei! Natürlich will ich etwas. Jeder will etwas. Immer und immer wieder. Sonst könnte ich mich auch gleich hinlegen und sagen: Jetzt will ich aber sterben, weil alles Andere habe ich schon.

Auch ich will. Aber was? Materielle Dinge vielleicht? Ein großes Haus, wo ich eine Viertelstunde von einem zum anderen Ende brauche? Ein protziges Auto, das mindestens drei Parkplätze auf einmal braucht, mit inkludiertem Kühlschrank für Champagner und Kaviar? Einen geilen Job irgendwo ganz oben in der Führungsetage, wo ich einmal Daumen rauf oder Daumen runter zeige und damit mehrstellige Beträge kassiere und dann nach Hause fahre? Mit dem Auto…

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Und am Ende bleibt nur …

Im Mitmachblog heißt es diese Woche „Und am Ende bleibt nur …“ Natürlich drängen sich da tiefsinnige Gedanken rund um die irdische Endlichkeit auf.

Und genau deshalb erzähle ich euch heute eine andere Geschichte. Oder noch besser: Soll doch jemand anderer über Endlichkeiten nachdenken. Wo meine vier Helden doch neulich beanstandeten, dass ich viel zu wenig von ihnen erzähle.

 

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Wer hat bloß für dieses Wochenthema gestimmt?! Einen Moment überlegen. Huch, ich schätze, ich selbst war auch dabei beim Abstimmen. Was bleibt denn am Ende? Das ist mal wieder so ein richtiges Thema jetzt für diese Zeit. Oktober – Nebel – Allerheiligen naht. Selbstreflexion und Bewusstwerden der eigenen Endlichkeit. Und ja, es stimmt schon, dass auch bei mir sich das Kummertier wieder geregt hat. Manchmal meldet es sich ganz unvermutet und ohne sich großartig anzukündigen. Das Wochenthema drängt sich regelrecht auf mit seiner schweren Thematik der irdischen Endlichkeit. Darum hier eine Geschichte um eine andere Endlichkeit.


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Der Schweinehund Giuseppe, den im Hause Vro alle nur Sepperl oder noch flappsiger schlicht „Schweinehund“ nennen, hat den Blues. Das ist auch absolut angebracht, weil sein guter Freund, der allzeit fröhliche Ferdl, nur noch wenige Wochen bei ihm sein wird. Ganz abseits der Öffentlichkeit haben sie sich angefreundet, wobei man meinen könnte, das könne…

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Liebesschwur. Trotz Nebenwirkungen.

Diesmal im Mitmachblog: Nebenwirkungen.

Wenn man lange genug sucht, kann man bei allem Nebenwirkungen entdecken. Meistens sind sie unangenehm und unerwünscht. Aber manchmal scheint es so, als nähme man sie sehenden Auges in Kauf. Speziell in Liebesdingen hat man schon mal das Gefühl, dass einer mit wehmütigem Blick seufzend von seinen Irrungen und Wirrungen erzält …

Das Video habe ich bei der Suche nach Hintergrundmusik für meine Yoga-Übungen gefunden. Angeklickt habe ich das Video einzig deshalb, weil mich das Bild des südkoreanischen Künstlers Lee B. so angesprochen hat. Man könnte also sagen, es war dieses Bild von zwei sich treffenden Menschen, das mich zu meinem heutigen Text inspiriert hat.

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Du hast deine Hand ausgestreckt und mich mit deinem Zeigefinger leicht berührt.
Hast dabei mein Herz gefangen.
Jetzt ist es dein. Auf immer und darüber hinaus.

Ich will dich lieben mit all den Nebenwirkungen, die diese Liebe mit sich bringt.
Will dich lieben mit

… dieser sprudelnden Freude, wenn du deine Freude mit mir teilst.
… diesem klingelndem Lachen, wenn deine Leichtigkeit mich mitreißt wie der Wind ein Lindenblatt.
… dieser stürmischen Liebe, voller Leidenschaft und Begehren.
… diesem bohrenden Schmerz, wenn ich deinen Schmerz nicht lindern kann.
… diesem heißen Ärger, wenn dein Ärger mich ganz unverhofft trifft, und ich nicht weiß warum.
… dieser quälenden Eifersucht, weil du auch Freunde haben wirst außer mir.
… dieser dunklen Traurigkeit, weil ich deine innere Traurigkeit nicht einfach wegküssen kann.
… dieser ziehenden Sehnsucht, weil du eigene Wege gehst – ohne mich.

Du hast dich in mein Herz geschlichen.
Langsam und…

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Verwandtschaft vom Nachbarn vom Planeten Dings.

Das aktuelle Thema im Mitmachblog beschäftigt sich mit der Cousine vom Nachbarn vom Planeten Dings. Klingt mir sehr nach einem Dorftratsch erster Güte. Dabei muss derjenige, über den geredet wird, noch nicht einmal von einem anderen Planeten sein. Auch wenn es manchmal so scheint, dass er oder sie von ebendort herkommt, weil er oder sie so überirdisch schön ist oder sich so außerirdisch (blöd) benimmt. Letzteres lässt einen gelegentlich wünschen, man könne ihn oder sie auf den Mond schießen. Aber der Mond ist ja kein Planet. Weit weg wäre es trotzdem und darauf kommt es schließlich an. Jedenfalls hätte man dann seinem Unmut ausreichend Genüge und durch die schiere Entfernung von hier nach dort den Grad der Entrüstung oder der Überraschung kundgetan.

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Neulich in der Früh beim Bäcker. Der Verkaufsraum gerammelt voll. Es summt und surrt regelrecht, weil alle leise miteinander tuscheln und sich gegenseitig die Neuigkeiten zuraunen. Alle reden sie davon. Wirklich alle. Von der Cousine vom Nachbarn vom Planeten Dings. Die wieder da sein soll. Ich weiß von keinem Planeten Dings. Ist mir auch egal, ob ich den kenne. Weil ich da sowieso nie hin komme. Ich komme kaum aus meiner Stadt raus, noch in ein anderes Bundesland. Also brauchen wir von anderen Planeten schon gar nicht reden. Schön soll es da sein, am Planeten Dings, meint ihr. Naja, schön ist es bei uns auch. Da brauche ich keinen Planeten Dings. Und auch die Cousine ist mir herzlich egal. Wo sie doch die Cousine vom Nachbarn ist. Dem vom Planeten Dings. Die hat sich hier nie ansehen lassen, also kann sie auch gleich bleiben, wo der Pfeffer wächst. Hm, ich…

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Kleine Ode an eine kleine Freude.

Der kleinen Freuden gibt es wirklich viele. Ein Mittagsschläfchen in der Hängematte vielleicht. Oder mit dem Rad durch einen herbstlich bunten Laubwald fahren. Ein Buch lesen. Lange ausschlafen. Mit den Kindern herumalbern. Ein Stück Esterhazy-Torte essen.

Und wenn schon das alles gerade nicht möglich ist, dann zumindest eine Erinnerung an eine kleine Freude …

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Der beste Kollege und sein bester Kollege sind ein Gespann, das in seiner Unvergleichlichkeit unübertroffen ist. Manchmal denke ich mir, gäbe es einen von den beiden nicht, müsste man den anderen klonen oder erfinden, damit die zwei wieder komplett sind. Wenn ich die beiden beobachte, wie sie sich gegenseitig auf den Arm nehmen und die frechen Meldungen nur so hin und her fliegen, dann sehe ich zwei Jungs vor mir, die mit neun oder zehn den Mädels die Zöpfe zusammengebunden oder beim Schwimmen die Kleider versteckt haben. Dabei haben sie sich damals noch nicht einmal gekannt. Ich weiß auch nicht, ob sie derlei Dinge jemals getan hätten. Sie würden es mit Sicherheit vehement abstreiten. Und dabei bis über beide Ohren grinsen, weil ihnen die Idee alleine schon gefiele.

Wenn bei den beiden die Mundwinkel nach oben gehen und die Augen zu funkeln anfangen, dann sieht man genau diese Lausbuben aus…

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Entscheidung im Morgengrauen.

Manchmal ist es Zeit für eine Entscheidung. Auch wenn sie das ganze bisherige, scheinbar geruhsame Leben, das man sich so schön eingerichtet hatte, auf den Kopf stellt. Daraus kann viel Gutes wachsen. Also besser jetzt als nie!

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Jetzt oder nie! Das wurde ohnehin nicht mehr besser. Sie könnte noch stundenlang an dem Schreiben herum feilen. Der Lebenslauf wurde dadurch nicht aufregender. Die lange Karenzzeit nicht kürzer. Und die Praktika auch nicht zahlreicher. Trotz der frühen Morgenstunden war es genug. Jetzt … oder nie!

Es war ein trüber Dezembermorgen. Nur noch zwei Wochen bis Weihnachten. Die Kinder waren in Schule und Kindergarten gut untergebracht. Sie mit ihrem Haushalt und dem Garten allein zuhause. Im Garten war derzeit ohnehin nicht viel zu tun. Trotz der täglichen Arbeit war sie im Innersten unrund und suchend. Es war Zeit. Längst war es sogar Zeit! Also gib dir endlich einen Ruck, Frau!, sagte sie sich selbst. Schick die Bewerbung ab.

Aber vielleicht doch noch ein wenig warten? Es ist noch früh am Morgen. Vielleicht wäre sie später wacher, würde ihr später eine bessere Formulierung einfallen. Der innere Zweifler war hartnäckig. Es musste…

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