Eine Frage am Tag – Welches Instrument?

Barbara stellt jeden Tag eine neue Frage.  Ich verfolge ihren Blog schön länger. Ich finde auch diese Fragerei nett. Geantwortet habe ich bisher noch nie, weil ich mir dann denke, was ich denn noch alles anfangen will, wo ich doch manchmal meine eigenen Beiträge kaum unterbringe, wenn ich meinem Grundsatz, täglich nur einen – und wirklich nur einen! – zu posten, treu bleiben will. Ja, manchmal gibt es trotzdem Ausnahmen und ich veröffentliche zwei.

Momentan ist es nur so, dass ich mit meinen vorbereiteten Texten ziemlich ins Trudeln komme. Soll heißen, derzeit ist da nichts vorbereitet. Nur Ideenfetzen, die erst noch in Worte gefasst gehörten. Ich mag es, wenn ich zumindest drei oder vier im Voraus geplant habe. Das nimmt mir in gewisser Weise den Stress. Den ich mir jetzt grundsätzlich gar nicht machen müsste, weil … echt jetzt … ist ja wurscht … dann gibt es eben einmal nichts von mir. So unter Zwang entsteht eh nichts Ordentliches! Aber so ganz aus meiner Haut heraus kann ich dann doch wieder nicht und schleifen lassen will ich es auch nicht.

Bla bla bla, meint meine Muse, ich soll mit den Ausflüchten aufhören. Ich hätte eine Sommerflaute. Sonst gar nichts!

Die Hitze setzt mir zu und ich falle zu einer Zeit ins Bett, wo ich sonst erst zum Schreiben beginne. Mir fehlen manchmal mehrere Stunden, in denen ich sonst noch produktiv bin, die ich aber jetzt – nicht minder produktiv – verschlafe. Ist so. Punkt. Der Herbst wird kommen und damit gemässigtere Temperaturen und dann wird das auch wieder.

Doch zurück zu Barbara! Sie stellt ihre Frage zum Tag:
Welches Instrument würdest du gerne spielen können?

Und da kann ich diesmal wirklich nicht wiederstehen. Es gibt nämlich so einige Instrumente, die ich gern spielen können würde. Viele Jahre lang war das Geige. Ich wollte immer Geige lernen, schon als Kind. Aber dieser Wunsch fand keine elterliche Gegenliebe und so wurde mir ein Akkordeon geschenkt. Das hat das Christkind gebracht und deshalb musste es auch entsprechend gewürdigt werden. Obwohl wir nicht in heißer Liebe zueinander entbrannt sind, bin ich der Quetsch’n treu geblieben. Es heißt ja, in Beziehungen verändert sich ein jeder über die Jahre. So war es auch in meinem Fall. Ich habe mich zu Musette hin entwickelt und damit haben wir zwei jetzt unseren Frieden gefunden. Sogar so sehr, dass ich gerne Unterrichtsstunden nehmen würde. Nur scheint das Akkordeon ein derart verstaubtes unattraktives Instrument zu sein, dass da kein Lehrer zu finden ist. Jedenfalls nicht in meiner Kleinstadt. Hier gibt es alles, was zur Blasmusik gehört und die üblichen Verdächtigen wie Gitarre und Schlagzeug. Sogar noch die volkstümliche Knopfharmonika. Aber kein Akkordeon.

Manchmal würde ich gern Schlagzeug spielen (können). Und wenn schon das nicht, dann einfach nur trommeln. Saxophon war auch so ein Thema. Aber das wollte ich auch immer schon können, nicht erst lernen. Neuerdings ist da die Idee von einem Cello. Ich bin noch nicht sicher, wie dauerhaft das ist. Wenn ich den Piano Guys zuhöre, bin ich immer total fasziniert. Aber reicht Faszination als Triebfeder aus? Lernen allein reicht nämlich nicht. Das reicht bestenfalls, um ein Instrument halbwegs passabel spielen zu können. Aber für Perfektion braucht es ganz viel Talent und Hingabe und dauerhafte Leidenschaft. Das, so fürchte ich, habe ich alles nicht in ausreichendem Maße.

So träume ich also auch weiterhin davon, Cello spielen zu können. Wobei die Betonung immer auf „können“ liegt. Und bleibe weiterhin bei Lucia, meinem altem verstaubten Akkordeon. Es fordert mich und fordert mich heraus, denn mit all den Musette-Walzern habe ich mir nicht unbedingt die leichtesten Stücke ausgesucht. Vielleicht muss ich Barbaras Frage ein wenig ausweiten. Ich würde dieses Instrument gerne noch viel besser und virtuoser spielen können. Von der Illusion, mich mit meinem Instrument einfach in eine Runde zu setzen und loszuspielen, habe ich mich längst verabschiedet. Das kann ich nicht. Ich spiele vom Blatt und brauche meine Noten. Was immer ich spiele, ich werde es immer nur konzertant vortragen können. Deshalb habe ich vor allen Musikern die allergrößte Hochachtung, die einfach so drauflosspielen. Die alle ihre Melodien im Kopf haben und sie dann auch 1:1 in Hörgenuß übertragen können. Ich habe meine Melodien auch im Kopf. Aber ich bringe sie nicht fehlerfrei heraus.

Dabei wäre es doch so einfach! Denn wie mein Papa gerne sagt:
„Du musst nur im richtigen Moment den richtigen Ton treffen!“

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8 Gedanken zu “Eine Frage am Tag – Welches Instrument?

  1. Hej,
    Der Traum vom ‚Können‘ kommt mir sehr bekannt vor. Ich würde unfassbar gerne Klavier spielen können und mich wirklich einfach dran setzen und spielen können. Aber ich weiß auch, saß es dazu ordentlich Zeit und Geduld braucht. Die beiden Sachen kann ich im Moment einfach nicht aufbringen. Es sind zu viele Sachen, die es zu tun gilt.
    Aber dennoch ist ein neues Instrument bei mir eingezogen: eine Ukulele
    Und ich muss sagen, ich mag sie sehr sehr gerne. Zwar tun mir die Finger vom Üben etwas weh, aber das Spielen entspannt mich sehr.
    Manchmal muss man eben auch einfach mal machen 🙂
    Liebe Grüße, Finnja

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    • Ukulele spielen ist toll. Mein älterer Sohn hat eine und er kann schon richtig gute Sachen darauf spielen.
      Ich würde manches gerne KÖNNEN. Aber der Weg dahin ist so beschwerlich und lang. Da muss es schon wirklich sehr wichtig für mich sein. 🙂

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  2. Dein Vater ist meine Rettung: Da muss ich ja nur noch EINE Sache üben – WIE man den richtigen Ton im richtigen Moment trifft 🙂
    In meinem Bekanntenkreis haben überraschend viele Leute Ziehharmonika gelernt. Ich war ja immer der Meinung, dieses Instrument würde nur Jon Arbuckle (von Garfield) mit Begeisterung spielen *gg*

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  3. Du spieltest Cello *summ* Ich find Quetsche total toll. Aber ich mag auch die Global Kryner … Von daher bin ich wohl ein wenig raus.

    Davon abgesehen: Du, das mit der Flaute kenne ich … Zu gut … *betrachtet panisch seine Entwürfe*

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  4. Danke, dass Dein schöner Beitrag hier Teil meines Beitrages geworden ist!

    Es gibt so viele schöne Blogs, die es sich zu lesen lohnt. Und ich kenne das Dilemma, den vielen Bloggern nicht immer gerecht werden zu können. Daher verpasse ich lieber ein paar Beiträge, um dann die, die ich lese auch wirklich zu lesen und ggf. auch zu kommentieren.

    Aber ich finde auch, dass es manchmal nichts mehr zu sagen gibt, dass ein Post gut und gerne für sich alleine stehen kann! Ich kann einen Beitrag gut finden, aber selbst nichts dazu sagen können, warum auch immer. Es macht jedenfalls Spaß, die vielen Stimmen in der Bloggerwelt zu verfolgen, und dazu gehört auf jeden Fall Deine!

    Herzliche Grüße von
    Barbara, die sich sehr über Deinen „Riesen-Kommentar“ und das Verlinken gefreut hat.

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    • Und ich freue mich, dass du bei mir vorbei geschaut hast.
      Bei der Fülle an schönen Dingen im Leben ist es oft schwer, die richtigen für sich herauszufiltern. Man könnte manchmal fast Angst haben, etwas zu verpassen. Aber vielleicht muss man sich einfach immer wieder sagen, die richtigen und wichtigen Menschen/Dinge/Texte finden einen zur richtigen Zeit von selbst.
      Herzliche Grüße, Veronika 🌷

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