Ausbruch aus dem Luxus-Knast.

„Wie lange wollten Frau Vro und ihre Männer noch einmal wegbleiben?“, fragt Rosalind in die Keks-knuspernde Stille …

Ihr erinnert euch? Frau Vro ist mit ihren drei Männern in den Urlaub gefahren und hat in einem Moment der Gedankenlosigkeit Heinzelfrau Rosalind, den Schweinehund und den Lebens-Ernst im Wintergarten eingesperrt. Während den Ernst vor allem stört, dass die Muse mit dem charmanten Ferdl drinnen im Haus ist, fürchtet der Schweinehund vor allem um seinen Keksbauch. Richtig bang wird ihm, wenn er sich ausmalt, wie er immer schlanker und ranker wird. Rosalind will vor allem Ruhe bewahren. Hilft ja ohnehin nichts, wenn alle hysterisch herumschreien. Allerdings hat sie sich mit einem kräftigen Schluck vom Jägermeister vom Schweinehund beruhigt. Der weiß das noch gar nicht.

Ziemlich langweilig ist es hier im Wintergarten. Die Ratte Ferdi versorgt sie zwar über die gekippte Tür mit Essen und Trinken, aber auf Dauer ist das zu wenig. Die Zeit rinnt zäh wie dickflüssiger Honig dahin. Der Schweinehund jammert, dass nicht einmal Karten zum Spielen da sind. Und auch der Ferdl auf der anderen Seite der Tür blickt traurig durch die Glasscheibe. Die Muse hat ihn abgekanzelt und ihm klar gemacht, dass er sich das Flirten sparen könne. Jetzt ist er ein wenig eingeschnappt und sie hat sich ins Wohnzimmer zum Fernseher verzogen.

Der Schweinehund und der Ferdl schauen sich missmutig an.

„Wir müssen aus dem Wintergarten raus“, sagt der Schweinehund. „Hier bekommen wir nur einen Lagerkoller. Außerdem ertrage ich die Eifersüchteleien vom Ernst nicht mehr.“

„Ach das! Der Ernst braucht sich gar keine Sorgen machen. Die Muse mag mich nicht.“ So seufzt der Ferdl. Und während er so nachdenklich die gekippte Tür hochblickt, kommt ihm eine Idee.

„Weißt was? Warum sollte ich immer nur Essen abseilen?“, so sinniert der Ferdl. „Ihr klettert einfach hoch und kommt herein!“

Der Plan ist gut. Die Durchführung hat ihre Tücken. Natürlich findet sich bald ein dicker Hanffaden. Und auch ein Polster für die weiche Landung ist kein Problem. Nur die Kletterei! Der Schweinehund ist rund und dick vom ewigen Essen. Er kommt gerade mal zehn Zentimeter vom Boden weg, bevor er mit einem vernehmlichen Platsch wieder auf seinem Allerwertesten landet. Der Lebens-Ernst hätte gewichtstechnisch keine Probleme, ist sportlich aber so eine Null, dass auch er nicht hochklettern kann. Eigentlich hatten die zwei vorher noch großmäulig verkündet, dass sie jetzt mal rüberklettern und dann Rosalind hochziehen. Sie als Dame müsse ja nun wirklich nicht selber klettern.

Rosalind hat nur ein verächtliches Schnauben für die zwei übrig. Sie packt die Schnur und zieht sich Stück für Stück in die Höhe. Es dauert. Und sie ächzt ziemlich. Aber dann hat sie es geschafft und schimpft etwas kurzatmig von oben herunter, dass sie die zwei liebend gerne im Wintergarten lassen würde. Nur sie und die Muse und der nette hilfsbereite Ferdl, das wäre wie „schöner wohnen“. Die zwei sehen sich verlegen an und wollen gerade ins Betteln anfangen, als sie dem Ernst bedeutet, er solle sich ordentlich festhalten.

Dann springt sie auch schon und zieht den Lebens-Ernst gleich mit nach oben, während sie nach unten fällt. Physik ist schon eine feine Sache. Auch der Ferdl ist beeindruckt. Während Rosalind und der Ferdl die Schnur festhalten, wuchtet sich der Ernst eher unelegant über die Kante.

Jetzt du, gibt er dem Schweinehund zu verstehen. Das gleiche Spiel noch einmal. Der Ernst springt und will den Schweinehund mitziehen. Doch nichts passiert. Der Schweinehund schwebt gerade mal so über dem Boden. Der Lebens-Ernst hängt oben an der Türkante. Die Muse schaut ums Eck und prustet los vor Lachen. Dann ziehen sie alle an der Schnur, damit der Ernst zu Boden gelangt und der Schweinhund rauf zur Kante. Geschafft!

Schließlich plumpst der Schweinehund laut und polternd auf dem Polster. Jetzt sind sie alle wieder beisammen. Endlich! Am besten feiert man das mit einer Party. „Neiiiin!“, jammert da plötzlich der Schweinehund, „Ich habe den Jägermeister im Wintergarten vergessen!“ Tja, den will jetzt keiner mehr holen. Alle haben genug von Abseilungsaktionen. Dass der Jägermeister schon arg dezimiert ist, muss ja keiner wissen, denkt sich Rosalind.

Party feiern sie dann trotzdem. Auch wenn der Schweinehund grunzt, dass das ja gar keine richtige Party sei so ganz ohne Alkohol. Aber die Musik ist laut und gut und der Lebens-Ernst tanzt mit der Muse. Selbst Rosalind schwingt das Tanzbein gemeinsam mit dem Ferdl. Kurz registriert sie das ganze Chaos. Aufräumen kann sie dann morgen. Frau Vro kommt erst in ein paar Tagen wieder …

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Ein Gedanke zu “Ausbruch aus dem Luxus-Knast.

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