Kleiner Ferien-Vorgeschmack.

20170614_garten dämmerung_013

Vor uns liegt das lange Wochenende mit Fronleichnam am Donnerstag. Viele nehmen sich den Freitag frei, die meisten Schulen haben einen schulautonomen freien Tag. Es herrschen sommerliche Temperaturen. Das Schuljahr ist im Endspurt und ich bin entsprechend melancholisch. Das Ende des Schuljahres macht mich gemeinhin nachdenklicher als jener Jahreswechsel Ende Dezember/Anfang Jänner.

Am vorhergehenden Abend sitzen wir lange im Garten. Irgendwie wollen wir noch gar nicht ins Haus hinein. Als die Dämmerung langsam hereinbricht, wird es frisch. Ich hole mir eine Decke und mache es mir auf dem Gartensofa bequem. Möchte eigentlich noch lesen oder auf meinem Handy herum whoshen und wedeln. Mein Jüngerer sieht das und  nutzt die Gelegenheit. Er kuschelt sich zu mir unter die Decke. Vorher war es eigentlich bequemer. Denn der Herr Sohn kann einfach nicht still sitzen. Weil das immer noch nicht gemütlich genug ist, liegen wir irgendwann beengt auf dem alten Zweiersofa. Ich mit angewinkelten Beinen. Mein Neunjähriger rollt sich auf mir ein. Als er noch ein Baby war, gestaltete sich das um vieles einfacher. Selbst als knuddeliges Kleinkind hatte das etwas Rührendes. Einmal mit beiden Armen umschlungen konnte man das ganze Kind festhalten. Weich und anschmiegsam. Jetzt geht das nicht mehr. Er windet sich schlangenmässig herum, bis er die beste Position findet. Ein schlacksiger langer Beinahe-Teenie. Mit vielen Ecken und Kanten. Ich ächze und drohe ihm, wenn er nicht gleich ruhig liege, dann schmeiße ich ihn runter. Auch das alte verwitterte Gartensofa gibt beängstigende Laute von sich. Es dauert, bis der junge Herr endlich zufrieden ist. Bei mir dauert es nicht so lange. Ich flüchte. Selbst wenn das beständige Brummen einiger dicker Hummeln über mir in der blühenden Weigelie so friedlich anzuhören war. Ich flüchte und hole meine Kamera. Vielleicht bekomme ich eine der Hummeln vor die Linse. Doch keine Chance. Die schweren Brummer sind trotz ihrer scheinbaren Schwerfälligkeit viel zu schnell für mich. Fliegen von Blüte zu Blüte und halten nicht eine Sekunde still.

Mein Älterer fährt noch einmal mit dem Rad um die Häuser, nicht weit weg, aber zumindest um seinen Bewegungsdrang noch etwas abzuarbeiten. Jetzt ist es wenigstens nicht mehr so heiß wie untertags.

Meinem Jüngeren hingegen wird es jetzt sogar unter der Decke kalt. Er hat genug vom Garten und geht ins Haus. Es wird immer später, aber ich kann mich immer noch nicht trennen. Schlendere durch meinen Garten, der bei entsprechend kleinen langsamen Schlenderschritten doch eine beträchtliche Größe aufweist. Mache hier ein Foto, knipse dort ein Bild.

Rundum wird es ruhiger. Es ist überhaupt nichts zu merken von jener unterschwelligen Unruhe, wie man sie sonst verspürt, wenn alle am nächsten Tag wieder zeitig in Schule und Arbeit müssen. Die Kinder dürfen schlafen gehen, wann sie wollen. Keine Hektik. Es fühlt sich schon beinahe an wie Ferien. Nur noch zwei Wochen, dann beginnen hier die Ferien. In der Schule wird es ebenfalls schon langsamer. Projekttage. Ausflüge. Wandertage. Die Noten stehen praktisch in allen Fächern fest. Die Tage bis zu den Ferien werden gezählt. Jeden Morgen muss ich erneut Rede und Antwort stehen.

Dann kommt wieder die ganz eigene Herausforderung, wie man die Kinder neun Wochen unterbringt und bespasst. Ich habe es relativ leicht. Ich kann mir meinen Urlaub ziemlich frei einteilen. Der Ältere bleibt schon allein zuhause. Für den Jüngeren gibt es im Juli Ferienbetreuung. Den August werden wir eher spontan organisieren. Immer wieder sind da geplante Wochen. Gemeinsamer Urlaub. Pfadfinderlager. Bike-Camp.

Und sonst endlich ruhigere Tage mit weniger Verpflichtungen. Keine Hausübungen. Freibad. Lange aufbleiben. Die beinahe unerträgliche Leichtigkeit des Seins (hoffentlich) finden. Endlich durchatmen.

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6 Gedanken zu “Kleiner Ferien-Vorgeschmack.

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