Stapelweise.

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Was für ein wunderbares Wochenende! Keine Termine. Keine Verpflichtungen. Und sogar noch einen freien Tag mehr. Herz, was willst du mehr! General Vro hat die Kinder erfolgreich zum Aufräumen angehalten. Und jetzt sind die Kinderzimmer wirklich tiptop. Es ist eine wahre Freude, wenn man reingeht. Auch sonst bin ich gerade sehr motiviert. Ich miste aus. Massiv. Die Gartenhütte ist sortiert und aufgeräumt, das Gemüsekammerl ebenso. Am Dachboden habe ich angefangen, bin aber noch lange nicht fertig. Sogar den Kühlschrank habe ich schon geputzt und ordentlich wieder eingeräumt. Und dabei festgestellt, dass ich dringend einkaufen muss.

Jetzt also dieses lange Wochenende. Ganz entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten bin ich schon am frühen Samstagmorgen unterwegs. Ich genieße den Luxus des Alleine-Einkaufens und schlendere durch die Korridore im Supermarkt. Ich bin so richtig in Stimmung für kulinarische Experimente.

Es soll gestapelt und geschichtet werden. Ganz amerikanisch. Oder zumindest so, wie ich mir das vorstelle, dass es amerikanisch sei. Inspiriert dazu hat mich meine Schwägerin, die uns zu Ostern Burger kredenzt hat. Ich habe mir auch schon ein Kochbuch gekauft. Was nicht nötig gewesen wäre bei all den Online-Rezepten. Und einen Patty-Former. Also so ein Teil für die Fleischlaberl. Heißt auch Burgerpresse. Was eigentlich auch nicht nötig gewesen wäre.

Aus dem Buch nehme ich das Rezept für die Buns. Naja, nicht so ganz. Ich habe das Rezept abgewandelt. Was die Buns sind? Ah ja, das sind die Weckerl. Laut Rezept braucht es nämlich Zucker, Honig und Glucose. Das ist mir etwas viel Butter aufs Brot. Also keine Glucose. So original muss es dann auch wieder nicht sein. Die Weckerl sind übrigens super. Ich bin ganz hingerissen, als ich sie aus dem Backrohr nehme.

Dann kommen die Patties dran. Auf der Suche nach einem Rezept blättere ich dreimal vorbei. Es findet sich genau eines. Aber mich bremst das nicht. Ich würze ohnehin gern nach meinem Geschmack und nicht irgendwie exotisch, nur weil es in einem Buch steht. Nur wie mache ich das jetzt wirklich? Irgendwann einmal waren wir zu Besuch bei einem Freund von mir. Er ist leidenschaftlicher Grillmeister und hat uns die weltbesten Burger serviert. Sein Geheimnis? Apfelmus in den Fleischlaberln, damit sie richtig saftig bleiben. Ich habe es – typisch Frau Vro – verabsäumt, nach dem genauen Mengenverhältnis zu fragen. Eventuell könnte ein wenig zu viel Apfelmus im Faschierten sein. Aber nur ein ganz kleines Bisschen. Deshalb sind sie so weich, dass sie mir in der Pfanne beinahe brechen. Die Tücke liegt wie immer im Detail. Die Grillpfanne habe ich auch nicht so richtig im Griff. Trotzdem ist am Ende alles gut. Je eine Scheibe Cheddar auf die Fleischlaberl und los geht’s.

Fehlt noch was? Natürlich, das hätte ich fast vergessen. Tomaten, Frühlingszwiebeln, Salatgurke und Essiggurkerl habe ich schon zuvor geschnitten, zwei Salatherzen gewaschen und zerteilt. Ein schnelles Tomatenrelish aus in Öl angeschwitzter Zwiebel und Knoblauch, klein geschnittene Tomaten und Ketchup dazu, abschmecken. Steht eh schon längst auf dem Tisch. Die Weckerl liegen auf dem Plattengrill. Aber jetzt wirklich!

Wir stapeln unsere Burger wie Baumeister und schlemmen wie die Könige. Die Brötchen sind flaumig weich, die Fleischlaberl saftig und mit diesem Kick Süsse vom Apfelmus, dazu das pikante Tomatenrelish. Zum Niederknien! Die Burger sind so hoch, dass man optimalerweise die Kiefer ausrenken können sollte. Eleganz sucht man jetzt vergebens. Die Tomatensosse rinnt uns die Finger runter und genüsslich schlecken wir diese ab. Mein Älterer kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Ihn zumindest mache ich heute ganz besonders glücklich. Ich habe jetzt trotzdem genug von Fast-Food, von Buns und Patties. Meine nächste kulinarisch-experimentelle Reise führt mich nach Frankreich. Aber das erzähle ich euch dann beim nächsten Mal.

Und? Habt ihr jetzt Hunger?

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4 Gedanken zu “Stapelweise.

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