Häuslbauer-Projekt Teil 7. Umzug ins Sommerdomizil.

20170410_blog_021

Jetzt ist es so weit. Mein Jüngerer hat ein neues Projekt am Laufen.
„Mama, das Puppenzimmer muss weg, ich brauche den Platz!“

Wenn er das so sagt, dann muss ich rasch handeln. Er kommt schon daher und bringt alles, was er sich vor ein paar Wochen unter den Nagel gerissen hat, die Stufen runter. Jetzt steht das zweite Puppenzimmer mitten im Wohnzimmer und die Unordnung ist perfekt. Genau so habe ich es kommen sehen. Während das liebe Kind also in seinem Zimmer rumort und scheppert, stehen der Schweinehund und der Lebens-Ernst mit hängenden Schultern da und fassen noch gar nicht richtig, dass sie gerade delogiert worden sind.

Ich komme jetzt auch in Zugzwang. Mache mich auf in meinen Wintergarten, der klein und fein ist. Und voll voll voll. Wolle. Spinnrad. Stricksachen. Bücher. Bastelkram. Akkordeon-Noten. Pflanzen natürlich auch. Das Regalbrett, das mir der Liebste versprochen hat, ist immer noch nicht montiert. Da wollte ich die Puppenzimmer verstauen. Ist mir aber jetzt nüchtern überlegt ohnehin zu weit oben. Mein Hirn raucht bei all diesen Umschichtungs-Überlegungen. Dann habe ich meinen Plan. Ich räume meinen Schreibtisch von den Noten frei. Da ist Platz für das erste Puppenzimmer. Aber wohin mit dem zweiten? Das habe ich jetzt von meiner Gier nach mehr.

Der Ernst und der Schweinhund sitzen nach dem ersten Schock, dass sie abgeschoben wurden, jetzt erleichtert da und lassen sich die Sonne auf den Bauch scheinen. Dauerlösung ist das auch nicht. Die einstrahlende Sonne bleicht hier die Dinge in Rekordzeit aus. Die Muse und Rosalind raunzen mich an, dass sie trotzdem mehr Sonnenlicht haben wollen. Die Muse will die Winterblässe loswerden, ein wenig Farbe wäre ja schon von Vorteil. Rosalind ist eher praktisch veranlagt, sie mag sicher nicht hinauf auf den Tisch. Sie hat ja immer so viel zu tun, da mag sie sich die Kletterei nicht antun.

Unter dem Schreibtisch – einem alten Schultisch aus Holz übrigens – wäre es doch fein. Da aber stehen drei Körbe mit Wolle. Also die müssen weg. Das denke ich mir schon länger. Entweder verschenken, woanders verstauen oder verstricken. Für ersteres bin ich noch nicht bereit, letzteres dauert mir jetzt zu lange. Ich sortiere gerade so viel um, dass das Mädels-Zimmer (Jetzt sage ich das auch schon so wie mein Kind!) hinpasst. Daneben hat einer der Wollkörbe Platz, die anderen beiden stehen ein bisserl im Weg herum. Ich brauche dieses Regalbrett. Sofort! Besser schon gestern!

Ich habe in einem Eck zum Umkramen angefangen und das Chaos pflanzt sich fort. Eigentlich wollte ich den Nachmittag ganz anders verbringen. Beim jüngeren Kind brummt schon der Staubsauger. Er ist offenbar fast fertig mit Aufräumen. Dann darf ich sicher bald schauen kommen.

Schließlich steht oben am Tisch das Zimmer vom Ernst und dem Schweinehund und unter dem Tisch das Zimmer von Muse und Rosalind. Die sitzen in den bequemen Lehnstühlen und plaudern, während ich die Unordnung beseitige. Ihnen gefällt es hier sehr gut. Die Abendsonne scheint noch gerade so ein bisschen bei den Fenstern herein. Ach, jetzt Erdbeerbowle schlürfen und in der Hollywoodschaukel sitzen …

Ja, die Hollywoodschaukel! Die musste ich leider wegräumen, für die habe ich derzeit wirklich wirklich keinen Platz. Aber wenn es dann draußen wärmer ist, dann stelle ich sie im Garten auf.

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9 Gedanken zu “Häuslbauer-Projekt Teil 7. Umzug ins Sommerdomizil.

  1. Ja, genau, das mit dem Staubsaugen war auch mir ins Auge gesprungen.
    Und – mir gefällt besonders das Wort „delogiert“. Ist das ein übliches Wort im Österreichischen oder ist das eine Vro’sche Wortschöpfung? Im Wohnheim hatte ich mal ein paar Österreicherinnen, die haben für meine „preussischen Ohren“ auch sehr hübsche Ausdrücke gebraucht. Je älter ich werde, umso mehr liebe ich „Eure Sprache“.

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    • Eine Delogierung ist eine Zwangsräumung. Ob das üblich ist im österreichischen Sprachgebrauch kann ich so nicht sagen. Klingt jetzt auch nur im Geschriebenen so halbwegs gut. Wenn ich jemandem erzähle, sie sind delogiert worden, dann hört sich das eher gestelzt und hochtrabend an, da würde ich wahrscheinlich sagen: Sie sind rausgeschmissen worden.

      Interessant, dass das mit dem Staubsaugen so auffällt. Ich finde das ziemlich normal. Die Kinderzimmer räume ich nie auf, nur in Extremfällen helfe ich unterstützend beim Aussortieren. Das ist ganz ihres. Wenn sie die Betten überzogen haben wollen, dann muss Platz zum Durchkommen sein. Und manchmal schlage ich vor, dass es vielleicht wieder einmal an der Zeit wäre, die Staubwölkchen von den Legoteilen zu trennen. 🙂

      Gefällt 1 Person

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