Offline-Beschäftigung. Muffins.

Mein älterer Herr Sohn ist der Verzweiflung nahe. Es sind Osterferien. Er hat Zeit fast ohne Ende und das Internet hakt. Als er entnervt Handy und Computer abdreht, führt ihn sein Weg in die Speis und zum Kühlschrank. Ich verkneife mir ein Lachen und schlage ihm einige Dinge vor, die ich früher schon gemacht habe. Ganz knapp nach dem Meteoriteneinschlag, der den Dinosauriern den Garaus gemacht hat. Die Dinosaurier konnten den Einschlag nicht kommen sehen, waren sie ja hauptsächlich mit Fressen, Schlafen und Fortpflanzen beschäftigt und nicht mit Handy und Internet global vernetzt.

Ich sage zu meinem Sohn:

  • Lies ein Buch! – Nein, mag ich nicht.
  • Magst du Harry Potter als Hörbuch ausprobieren? – Nein, mag ich nicht.
  • Räum dein Zimmer auf! – Nein, mag ich nicht.
  • Geh raus longboarden! – Nein, mag ich nicht.
  • Magst Kuchen backen? – Erstes Interesse. Mhmmmm!
  • Muffins vielleicht? – Jaaaa, Muffins sind super!

Ich nutze die Gelegenheit und schlage Bananen-Haselnuss-Muffins vor. Weil in der Obstschüssel ein Bund gelbe Bananen liegt und zwei braune weiche. Und weil die jungen Herren immer zu den gelben greifen, während die braunen langsam zum Laufen anfangen. Die sind einfach nicht so attraktiv, wie es scheint.

Das Kind wiegt und rührt und wiegt und rührt. Ich mache die Assistentin und reiche ihm die Zutaten beziehungsweise räume sie auch wieder weg. Der Jüngere kommt dazu.

„Was macht ihr da? Ich will auch helfen!“

Nur mit der Zusage, dass er den Plastikrührtopf ausschlecken darf, lässt er uns weitermachen. Er sichert sich schon mal den Gummispatel. Der Topf wird so sauber sein, dass man ihn doch glatt wieder in den Schrank stellen könnte.

Dann steht das Blech mit den Silikonförmchen im Backrohr und die zwei hängen davor, als liefe ein superspannender Film im Fernsehen. Kaum überkühlt, werden schon die ersten verkostet. Die Halbwertszeit von Bananen-Haselnuss-Muffins ist bemerkenswert kurz. Vielleicht sollte ich sie rationieren oder gleich von vornherein aufteilen. Ich brauche wohl nicht erwähnen, dass die Schokoglasur, die im Rezept vorgeschlagen wird, niemals auf die Muffins kam.

Und weil wir so begeistert waren, hier das Rezept:

Bananen-Haselnuss-Muffins

Man rühre 125 g Butter/Margarine mit 125 g Zucker und zwei Eiern schaumig, danach 125 g Mehl, 1 1/2 TL Backpulver und 2 EL Kakao drüber sieben (gesiebt wird hier nie, das nennt sich vro’scher Minimalismus) und mit 30 g gehackten Haselnüssen (hier gab es nur gehackte Mandeln, aber die waren auch gut) unterrühren. 2 Bananen mit der Gabel zerdrücken und mit 2 cl Rum 1 EL Zitronensaft verrühren. Unter den Teig heben. Den Teig in Muffinformen füllen und bei 180 °C Heißluft 15 bis 20 Minuten backen. Optional mit geschmolzener Schokolade überziehen.

Mittlerweile flutscht das Internet wieder und der Ältere ist nicht mehr ansprechbar. Aber ein paar Muffins sind noch übrig. Vielleicht geht es sich bis zur nächsten Internet-Pause aus, dann lasse ich wieder backen.

Bis dahin lasst es euch schmecken!

Mhmmmmm!

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21 Gedanken zu “Offline-Beschäftigung. Muffins.

  1. Na, wenn selbst die Mama mit einem Blog im Internet vertreten ist (und fleißig Ravelry nutzt, wenn ich mich richtig erinnere?), dann kann man sich ja nicht die Blöße geben, weniger ein Netz-Junkie zu sein. :). Aber dass Muffins als Alternativplan verfangen – erstaunlich, diese Kinder von heute. *g*

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  2. Eine Zeit lang haben die Muffins geboomt. Bei der Gelegenheit habe ich mir etliche Formen und Papierumhüllungen zugelegt, in mehreren Größen, auch ein Rezeptbuch. Ja, und immerhin drei oder viermal habe ich auch schon Muffins gebacken 🙂

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