Schreibkick: Frühlingsblüten

Und wieder ist es soweit: Der Februar vorbei. Der März noch ganz jung. Kaum einen Tag alt. Es war genug Zeit für eine Geschichte zum Schreibkick-Thema. Und trotzdem wagt sie sich genauso zaghaft hervor wie die ersten Frühlingsblüten. Ich habe schon welche gesehen. Blüten. Nicht Geschichten. Draußen im Garten blühen die ersten mutigen Schneeglöckchen. Der Bärlauch schiebt auch ganz verstohlen erste grüne Spitzen durch den gemulchten Boden. Wenn ich genau hinsehe, wird wahrscheinlich auch die Maibeere ganz unscheinbar grün-gelblich blühen. Die Sonne wird kräftiger, wärmt den Boden auf und gibt damit das Signal: „Kommt! Es ist soweit!“

Auch ich höre den Ruf. Spüre ihn mehr, als ich ihn wirklich mit den Ohren höre. Noch bin ich träge vom Winter. Aber da herrscht bereits diese Aufbruchsstimmung. Leise aber beharrlich der Ruf nach Veränderung:

  • Das Haus will ich ordentlich durchräumen. Überflüssiges entrümpeln. Sortieren. Putzen. Ausmisten.
  • Die Fenster wollen geputzt sein. Damit ich wieder eine klare Sicht nach draußen habe. Ich weiß schon jetzt, dass mir die Sonne grausam zeigen wird, dass ich das nicht schlierenfrei schaffe.
  • In meinem Kopf türmen sich die Ideen für neue Texte. Fange sie alle an zu denken, überall ein erster Absatz. Bevor ich sie beende, ist da schon ein neuer Anfang. So viele lose Enden, die fertig erzählt werden und zur Blüte kommen wollen.
  • Daneben stapeln sich Pläne für neue Strickprojekte. Die Strickpuppen für die Nichten zu Weihnachten.(Ich spinne ja! Jetzt schon ans nächste Weihnachten denken!) Angefangene Projekte endlich beenden. Den Wollberg abbauen. Das Spinnrad wieder öfter treten. Den Faserberg abbauen.
  • Mein Bewegungsdrang steigert sich ins Unermessliche. (Okay. Nein. Das nicht. Nicht ins Unermessliche.) Wenn ich auf dem Rad sitze, bin ich (fast immer) restlos glücklich. Ich denke daran, einfach mal so zu rennen, ganz unmotiviert. Aber dann bleibe ich doch wieder noch wintermüde beim Gehen. Mein Yoga will ich auch weiterhin konsequent üben.
  • Meine Blicke wandern durch den Garten und ich sehe mich schon die Beete einteilen und Gemüse aussäen. Ein Stück Acker werde ich heuer wieder bearbeiten können. Wie groß soll es sein? Was werde ich anpflanzen? Und wie werde ich die Ernte, so sich eine einstellt, einlagern? Meine Überlegungen galoppieren am Frühling vorbei, überfliegen den Sommer und landen im Herbst.

Nicht so schnell, Frau Vro!

Der Frühling zieht und zerrt an mir. Fast zerreißt mich die Ambivalenz aus bedächtiger Wintergeruhsamkeit und stürmischem Frühlingserwachen. Ich denke an die Schneeglöckchen draußen unter der Strauchrose. Kraftvoll und zielstrebig. Eins nach dem anderen. Im Schutz der Rose. Alles ist gut, solange nicht trampelnde Kinderfüße dem jäh ein Ende setzen. Rufe mich selber zur Ordnung und ermahne mich, gelassen zu bleiben. Es geht nicht alles auf einmal. Schritt für Schritt. Alles hat seine Zeit.

Nicht nur draußen recken sich erste Blüten der Sonne entgegen. Ich denke an Frühlingsblüten der anderen Art. So lasse ich die Fantasie meine Sonne sein und meine Ideen die noch ruhenden Wurzeln und Knollen. Auf dass sie im Laufe der Zeit erblühen mögen! Manche klein. Manche vielleicht groß. Viele sollen es sein, wenn ich dann zurückblicke auf ein Blütenmeer und mir denke: „Schau nur, was alles möglich ist!“


Der monatliche Schreibkick ist ein Projekt von Sabi Lianne.

Mitgemacht haben diesmal:

Nicole

Eva

Sabi

Das Thema für den 1.4. lautet „Platzregen“.

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9 Gedanken zu “Schreibkick: Frühlingsblüten

  1. Pingback: Schreibkick: Frühlingsblüten | Nicole Vergin

  2. Pingback: Schreibkick: Frühlingsblüten | Evas Geschichten

  3. Ich liebe ja dieses planen und diese Frühjahrs-Aufbruch-Stimmung! Aber trotzdem sollte man nicht hetzen, da hast Du völlig Recht liebe Veronika! Es war wieder mal spannend, Deinen Text zu lesen und ich freue mich, dass ich durch Deinen Blog-Umzug nun künftig auch alles mitbekomme! 😀

    Liebe Grüße
    Nicole

    Gefällt 1 Person

  4. Hallo liebe Vro 🙂
    Ich bin endlich auch zum lesen gekommen. Diese Unruhe im Frühling kenne ich auch. Du hast sie sehr schön in Worte gefasst. Aber bloß nichts überstürzen, sonst macht man sich nur selber Stress. Lieber ruhig, eines nach dem anderen und zwischendurch einfach ausruhen und genießen.

    Liebe Grüße und viele sonnige Frühlingstage wünsche ich dir!
    Sabi

    Gefällt 1 Person

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