Handtaschen-Schweinehund-Keksmonster.

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Der Schweinehund hat sich euch letztens vorgestellt. Und jetzt will er dauernd wissen, wie er denn so ankommt. Unüberlegt lasse ich mich dazu hinreißen und plaudere aus dem Nähkästchen.

Natürlich habe ich ihn im Strickforum präsentiert. Dort wurde er freundlich und wohlwollend aufgenommen. Weil er so lieb ausschaut und so klein und harmlos wirkt. Gar nicht wie ein typischer Schweinehund. Eher wie ein Handtaschen-Schweinehund. Trotz aller freundlichen Worte gefällt ihm das natürlich gar nicht. Genauso wenig wie die Diskussionen in der virtuellen Strickrunde. So als Handtaschen-Schweinehund könne er ja perfekt die Keksbrösel in der Handtasche wegfuttern, das sei schon sehr praktisch. So kam der Vorschlag. Das entlockt ihm nur ein unwilliges Grunzen. Wildschweinmäßig grantig ist er. Kaum zu glauben, dass solche Töne aus so einem kleinen Schweinhundchen kommen können.

Das erinnert mich an eine Episode, wo ich vor Jahren mit den Kindern in der Stadt unterwegs war. Hinter uns ging ein Hundebesitzer mit einem Dobermann. Einem großen schwarzen Dobermann. Sehr Respekt einflößend war der. Doch dann kamen wir an einer offenen Haustür vorbei. Im Türrahmen stand ein kleiner Kläffer und hat sich wie verrückt gebärdet. Wir haben nur gelacht, weil sich der so aufgeführt hat. Aber der Dobermann war völlig eingeschüchtert. Der hatte den kleinen Zornpinkel noch gar nicht gesehen, sondern nur gehört.

„Und was hat diese Geschichte jetzt mit mir zu tun?“, fragt mein Schweinehund unwirsch. Nur um mich dann anklagend anzuraunzen: „In deine Handtasche will ich gar nicht. Da sind nie Kekse drin. Nie! Bestenfalls ein Buch, das mich in den Bauch piekst oder noch schlimmer, das mich halb erschlägt. Oder sonstiger Kram. Nur keine Kekse!“

Da hat er wohl Recht. In meiner Tasche würde er ein ähnlich armes Leben führen wie eine Kirchenmaus in einer Kirche. Ich muss ihm weiter erzählen, was im Strickforum so geredet wird. Nur eine findet er sympathisch. Die mit dem Namen, der so klingt wie GmbH. Die, die sagt, er sei schon deshalb nicht zu unterschätzen, weil er eben so klein und niedlich aussieht. So wie ein Mogwai, aber ohne Wasser. Der sich liebhaben lässt und heimelig einrichtet und dann sein wahres Gesicht zeigt. Aber als sie dann meint, er wäre super fürs Auto oder für unter den Esstisch, da schaut er schon wieder böse. „Bin ich ein Staubsauger? Das ist eine Frechheit!“ Dann stapft er beleidigt davon.

Heute habe ich ihn noch gar nicht gesehen, meinen Schweinehund. Ich konnte ganz ungestört meine Yoga-Einheit machen. Nur irgendwie habe ich ein permanentes Geräusch im Ohr, fast wie Tinnitus.  Beinahe hätte ich mich schon um meine Gesundheit gesorgt. Aber nur beinahe. Weil ich in der Küche in eine Bröselspur getreten bin und schon die Jungs anpöbeln wollte.

Der Schweinehund hat sich eine Gegenstrategie gesucht. Aus mit nett und lieb und niedlich. Niedlich ist das allerschlimmste Wort für ihn. Jetzt futtert er den ganzen Tag alles, was er so kriegen kann. Nicht einmal vor den trockenen ungezuckerten Cornflakes macht er Halt. Und wenn sie ihm noch so sehr aus seinen Ohren stauben. Die Latzhose spannt schon etwas um seinen Bauch.

Die Muse sitzt auf der Eckbank und kugelt sich vor Lachen. Der Schweinehund wirft ihr einen schrecklich wilden Blick zu, aber sie lacht nur noch mehr. Er hält ihr einen Keks unter die Nase und stopft ihn sich dann selber schnell in den Mund, just als sie danach greifen will. „Ach Sepperl, komm, jetzt sei doch nicht so bös! Weißt ja eh, dass unsere gestrickten Ebenbilder immer anders aussehen, als wir uns das dachten. Aber drin im Herzen, da bist ein großer dicker Schweinehund. Da bist mein Schweinehundheld!“

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Eben noch wollte er sich über den „Sepperl“ echauffieren. Wie sie denn auf diesen Namen komme. Aber den bekommt er jetzt wohl auch nie wieder weg. Es ist ein Jammer. Einer sagt etwas und das bleibt einem dann ewig hängen. Doch beim „Schweinehundhelden“ grunzt und grummelt er nur noch ein ganz kleines Bisschen. Jetzt noch ein paar Kekse und es ist wieder alles gut.

Ich hätte gut daran getan, ihn etwas größer zu stricken, dann müsste er sich jetzt nicht so behaupten …

Und von den Keksen, die ihm Eva letztens mitgebracht hat, erzähle ich ihm besser gar nichts. Die haben nämlich die Kinder weggeputzt. Die können das mit den Keksen und den Bröseln nämlich mindestens so gut wie er.

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