Von Perlen – sichtbaren, unsichtbaren und lebendigen.

Der Mitmachblog. Dient dazu, Blogger zu vernetzen. Quasi die eigenen Leser zu anderen Autoren weiter zu leiten und zum Lesen einzuladen. Reinlesen lohnt sich. Weil das jeweilige Thema von mehreren Blickwinkeln betrachtet wird und die Texte auf diese Weise schön bequem auf einer Seite zusammengefasst sind. Offiziell mitmachen funktioniert bisher aber nur für die, die ihren Blog bei WordPress haben. Lesen kann eh jeder. Ich verfolge den Mitmachblog über Facebook.  Ich lasse mich gern vom Wochenthema inspirieren. Außer Konkurrenz und heimlich, still und leise auf der Nebenfahrbahn von Blogger. Manchmal gibt es nämlich auch im Hause von Frau Vro ad hoc nicht viel zu sagen. Und das, obwohl ich zusätzlich zu meinen drei Mannen die Muse, den Schweinehund, Heinzelfrau Rosalind und den Lebens-Ernst dazu genommen habe.

Ich habe keine Perlen, keine echten. Also nicht jene echten, in einer Muschel gewachsenen. Mir fällt wieder ein, dass die Kalkablagerungen dem Selbstschutz dienen und rund um Fremdkörper geschichtet werden. Wenn sich die arme kleine Muschel also einen Schiefer einzieht und den nicht wegbringt, na, dann hüllt sie ihn eben ein. Eh super! Wer kennt das nicht? Schlechte Erinnerungen kann man beispielsweise einkapseln und im hintersten Eck seines Bewusstseins verräumen. Aber bei der Muschel ist das Ironie! Die hilft sich selbst und dann kommen die Menschen daher. Bringen die Muschel für diese Perle um. Messer rein, aufgezwängt, Perle raus, Rest in die Tonne. Toll! Das hat ja voll was gebracht mit dem Umhüllen eines bedrohlichen Fremdkörpers!
In einer Lade der Frisierkommode … ha ha ha … Frisierkommode, dass ich nicht lache. Nein, keine Kommode im vro’schen Boudoir. Das Bad ist zu klein. Das Schlafzimmer auch. Eine Lade im Nachtkästchen muss reichen für mehr oder minder modischen Klimbim zum Umhängen und Behübschen. Perlen finden sich da keine. Muschelplättchen. Glasperlen. Holzschmuck. Emaille. Keramik. Aber keine einzige echte Perle.
Ich bin erschüttert. Jetzt, wo ich darüber schreibe, trifft mich die Erkenntnis, dass ich keine Perlen besitze. Muss ich das ändern? Muss ich vom mir Angetrauten eine derartige Kette einfordern? Gehört sich das?
Perlen bedeuten angeblich Reichtum. Brauche ich nicht. Jedes Jahr am Neujahrstag stelle ich den Reichtum für ein weiteres Jahr sicher, indem ich ein Linsengericht serviere. Linsen bringen angeblich Wohlstand, kosten wenig und satt machen sie auch. (Diese Vorteile habe ich bei Perlen jetzt so noch nicht gesehen.) Manche Kulturen verbinden mit Perlen Jungfräulichkeit. Hm. Das ist ganz eindeutig vorbei.  Aus diesem Grund braucht mir keiner Perlen schenken. Woanders bedeuten sie Kinderreichtum. Das ist auch erledigt. Deshalb will ich ganz sicher keine Perlen geschenkt bekommen. Wieder woanders gelten sie als Heilmittel gegen Melancholie und Wahnsinn. Schön, wenn das tatsächlich der Fall wäre. Nur – so viele Perlen, wie man gegen den Wahnsinn dieser Welt bräuchte, der mancherorts um sich greift, also so viele Perlen gibt es wahrscheinlich gar nicht.
Ich habe ohnehin ganz andere Perlen. (Ist ja alles nur eine Frage der Auslegung.) Mein Mann zum Beispiel. Der ist eine Perle. Eine meist sehr stille Perle. Aber ich liebe ihn. Da reicht mir die eine große Perle für ein ganzes Leben. Wobei ich ihn lieber als Zwiebel hätte. So sinnbildlich. Schicht um Schicht bis zum Kern. Vom Außen ins Innen. Oder meine Jungs – auch das sind Perlen. Unfertig vielleicht. Aber perfekt in jedem Moment ihres Seins.
Was täte ich mit echten Perlen? Ich suche eher nach den Perlen unter den Menschen. Eigentlich eine sehr subjektive Sache. Manchmal werde ich fündig. Um manche Perlen muss ich mich bemühen. Andere fallen mir einfach zu – das ist das größte Glück. Dann halte ich sie fest, solange es geht. Entdecke immer wieder neue Facetten. Je nach Blickwinkel ändern sich Schatten und Licht. Wenn diese Perlen schließlich wieder weiterziehen im Strom der Zeit oder besser noch: im Fluss des Lebens, kommt die Perle doch aus dem Wasser, dann bleiben zumindest die Spuren und ein wenig Perlmuttschimmer, die sie in meinem Leben hinterlassen haben. Denn meistens haben diese Perlen ihre eigenen Wünsche und Wege und kreuzen die meinen nur für kurze Zeit.
So gesehen habe ich viele Perlen. Große und kleine. Hell schimmernde, ein paar dunkle sind auch dabei. Makellose und welche mit ein paar Fehlern. Bewusste und vielleicht auch unbewusste Perlen, die ich erst noch entdecken muss. Sammle sie in einem sinnbildlichen Glas oder an einer gedachten Kette. Keiner sieht sie, nur ich weiß davon. Aber von manchen erzähle ich hier.

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