Abends Perlen!

Also eigentlich … eigentlich wollte ich ja was Anderes schreiben. Es gibt da diesen Mitmachblog, der Blogger und Autoren vernetzen soll. Wieder mal das leidige Thema zwischen WordPress und anderen Bloganbietern. Geht nicht. Bin ja bei Blogspot. Auch wurscht. Okay, nicht ganz. Ich bin gerade etwas in Fahrt und deshalb mag ich nicht ganz so auf ordentliche Wortwahl achten wie ich das sonst tue, wenn ich mich schön ausdrücken will. Außerdem rede schreibe ich wirr. Ich will auch nicht drauflosfluchen. Bringt nix. Und vom Mitmachblog rede ich auch nicht, sondern von etwas Anderem, das mich aus der Fassung bringt, aber darauf komme ich gleich noch. Aber sei’s drum. Wo war ich? Ach ja!
Der Mitmachblog hat immer ein Wochenthema. Wer das aussucht und warum und wieso, das ist mir noch nicht ganz klar. Macht mir aber auch keine grauen Haare. Ich lese da mit, schiele manchmal mit sehnsüchtigen Blicken hinüber und bleibe dann wieder in meinem  eigenen Bloggerversum. Vielleicht ja eh besser, wenn ich mir da nicht noch etwas umhänge. Aber einmal etwas zum Thema schreiben kann ich ja trotzdem. Oder nicht.
Diese Woche geht es da um Perlen. Ich hatte sogar schon einen anderen Text dazu. Nur ist da jetzt etwas passiert, was ja viel besser passt. Aber lest am besten selbst …
Ich komme am Abend von der Arbeit heim und räume erst mal den Geschirrspüler ein. Die Herren Söhne produzieren angepatztes Geschirr und stapeln es in der Abwasch, aber dass es nur ein kurzer Weg von ebenda in den darunterliegenden Spüli ist, das hat sich ihnen noch nicht erschlossen. Ich habe gern eine halbwegs aufgeräumte Küche. Ich halte es zwar gerade so aus, wenn die Flächen vollgeräumt sind, aber prickelnd ist etwas Anderes.
Während ich also noch einräume, macht es ein dumpfes lautes Peng! Mich reißt es. Und nicht nur mich, wie sich noch herausstellen wird! Ich schau mal, ob irgendwo etwas um- oder runtergefallen ist. Aber da ist nichts! Dann fülle ich Geschirrspülmittel in die Maschine, greife nach der Tür und will sie gewohnt leicht zuklappen. Geht ja gar nicht. Die Tür ist sauschwer. Mir ist schlagartig klar, dass da etwas gerissen ist. Wahrscheinlich der Seilzug von der Tür. So denke ich mir das eben. Klingt logisch, oder?
Natürlich ist es jetzt 17.45h. Um 18h ist hier alles dicht außer Lebensmittelgroßmärkten. Tja, mit Wurst und Käse ist mir jetzt gar nicht geholfen. Auch wenn das ziemlicher Käse ist, was da gerade abläuft. Ist ja jetzt auch schon wurst! Ich ruf beim Händler an. Frage nach dem Techniker. Die sind schwer beschäftigt. Mich unterhält derweil eine Tonbandstimme. Erfrischend anders. Einmal kein Mozart und auch kein Klavierkonzert oder sonst irgendein ausgeleiertes Getüdel vom Band. Schließlich eine echte Stimme am anderen Ende. Jippie! Der eine Techniker ist im Einsatz, der andere im Krankenstand. Morgen würde ich angerufen, wann er Zeit hätte. Eh fein, nicht? Morgen bekomme ich dann einen Termin. Wenn ich so lange warten muss wie letztens auf mein CT, dann wird es Ostern. Aber ich mag nicht jetzt schon raunzen.
Ich greife wieder zum Telefon. Rufe eine Perle von einem Menschen an und frage nach einer anderen Perle von Menschen, ob mir der vielleicht helfen könnte. Möglich wär’s. Na dann. Danke und tschüs. Mehr kann ich heute nicht mehr tun. Es ist jetzt nach Sechs. Feierabend.
Mache mich auf die Suche im Internet. Suche hier nach Perlen. Perlentauchen sozusagen. Videos und Anleitungen, wie man kaputte Seilzüge und Türverriegelungen austauscht. Schaut ja alles eh ganz leicht aus. Ich will die Ersatzteile. Jetzt sofort. Ich will nämlich auf der Stelle ins Herumschrauben anfangen. Der depressive Spiegelschrank (hier könnt ihr mehr von ihm lesen) im Bad verrenkt sich, will um die Ecke linsen. Meckert leise vor sich hin, dass ich an der Geschirrspülmaschine herumschrauben will, aber noch nicht mal ein ordentliches Makeup hinbekomme. „Ach halt doch die Klappe!“ Beleidigt schlagen die drei Spiegeltüren zu. Rumms!
Ich habe keine Ersatzteile. Das ist ein Faktum! Das Geschirr aus dem Spüli ist gewaschen und abgetrocknet und verräumt. Ich putze den Geschirrspüler, dass er glänzt wie eine Perle. Oder auch nur fast. (Echte Perlen haben auch manchmal matte Fehlstellen.) Dann will ich es aber trotzdem wissen. Nehme die Holzverblendung weg. Schon wieder eine Perle! Da liegt ein blaues Smarty, Smarties, Smartie, eine blaue Schokolinse. Wie kommt denn die da her? Spinnweben. Staub. Ich habe genug Schwung und Adrenalin für mindestens drei Geschirrspüler mit kaputten Türen. Aber es sind noch nicht mal Ersatzteile nur für einen hier. Ersatzweise bleibt mir Putzen. Es war noch nie so sauber in der Umgebung dieses Gerätes. Und damit meine ich jene Stellen, die nie jemand sieht außer mir oder dem Techniker.
Aus dem Radio plärren gerade Mariachi-Töne. Wie passend. Genauso fühle ich mich. Der Ältere taucht überrascht aus den Minecraft-Tiefen seines PCs auf: „Mama, was ist los?“ Der Jüngere hat sich ins Wohnzimmer verzogen, damit er bloß nicht zur Mithilfe gebeten wird – Geschirr wegräumen oder so. Und der Liebste ist nach der Arbeit kurz hereingeschneit. Kurzer Statusbericht. Weg war er wieder zu seinem WIFI-Kurs. Nur noch ich und der Spüli und ein kaputtes Seil. Und der Ältere mit seinem verschlafen-überraschten „Ist was?“.
Ich kann jetzt wirklich nichts mehr tun. Morgen ruft der Techniker an, wenn es wahr ist. Ich werde versuchen, ob ich an Ersatzteile herankomme. (Rasch meine ich. Nicht weil ich so auf den Spüli angewiesen bin, sondern weil ich das erledigt haben will.) Und dann werde ich nachfragen, ob mir vielleicht diese eine Schrauber-Perle aus der Firma helfen mag.
Denn um Perlen ging es ja ursprünglich. So! Jetzt hole ich mir ein kleines Bierchen und sehe den Perlen zu, wie sie in langen Linien hochsteigen. (Es ist übrigens Abend, als ich das schreibe und nicht früher Morgen, wenn dieser Beitrag online geht. Es besteht kein Grund zur Sorge …)
 

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