Inspiration – das Prequel als Sequel.

Unter Inspiration (lateinisch inspiratio ‚Beseelung‘, ‚Einhauchen‘, aus in ‚hinein‘ und spirare ‚hauchen‘, ‚atmen‘; vgl. spiritus ‚Atem‘, ‚Seele‘, ‚Geist‘) versteht man allgemeinsprachlich eine Eingebung, etwa einen unerwarteten Einfall oder einen Ausgangspunkt künstlerischer Kreativität.

Inspiration – das neue Thema beim (gestrigen) Schreibkick. Meinem Geist werden derzeit so viele Einfälle eingehaucht, dass ich aus keinem davon etwas wirklich Ordentliches mache.

Ich sitze im Kreis meiner glorreichen Vier. Ja, Rosalind ist auch wieder da. Mit einem hübschen Gipsbein, aber das ist eine andere Geschichte. Man kann eindeutig sagen, sie war hingerissen vom zauberhaften Winter und hat sich selbst überschätzt.

Die Muse inspiriert mich nicht. Träge lehnt sie in der Ecke meiner Couch und gähnt herzhaft. Das ist eigentlich mein Platz. Aber sie lacht mich nur an und meint, ich solle brav beim Rechner sitzen bleiben, ich müsse ohnehin tippen. Und wenn ich schon mal da sei, wirft der Ernst meines Lebens ein, dann könne ich ja Tante Gugl befragen, was ihr zum Thema Inspiration einfalle.

Ach Tanta Gugl! Die wirft zuerst die obige Definition vom Duden aus. Und dann jede Menge Bilder.

Enjoy the things! Steht auf einem davon und daneben eine rote Tasse. Nun gut, meine Tasse mit Kaffee hatte ich gerade zum Frühstück. Das wäre erledigt. Aber inspiriert hat mich das nicht. Vielleicht fehlt die grüne Landschaft dahinter. Hier blicke ich in einen kalten Wintermorgen mit prognostiziertem Eisregen. Was mich etwas nervös macht, weil ich dann später noch wegfahren muss.

Was bei Assoziationen zur Inspiration nie fehlt sind Glühbirnen. Ob mir ein Licht aufgeht? Hm. Nicht so wirklich. Neulich, als mir der Zahnarzt den Wurzelkanal eines Zahnes in Richtung Kieferhöhle aufgebohrt hat, da fragte ich ihn, ob er jetzt Licht ins Dunkel brächte. Ach Frau Vro, schimpft Gipsbein-Rosalind, ich dürfe ihn nicht so verwirren. Und tatsächlich hat er irritiert reagiert auf meinen schwarzen Humor. Noch dazu, wo ich da hilflos seinem Schaffen ausgeliefert war. Er hat sich für ein etwas hilfloses Lachen entschieden und mir die Lücke zuzementiert. Nein, mit Glühbirnen ist es auch nicht weit her.

Meine Inspiration und meine Kreativität liegen derzeit eher in handwerklichen Dingen. Während ich Stunde um Stunde am Spinnrad sitze und buntes Garn aus meinen Fasern spinne, kommen mir die tollsten Ideen, was ich daraus machen werde. Außerdem sorge ich so dafür, dass auch Orthopäden oder Physiotherapeuten oder Osteopathen noch Arbeit bekommen. Stundenlanges Spinnen beschert mir herrliche Verspannungen. Ich war bei einem solchen. Auf seinem Schild steht Orthopädie und manuelle Medizin. Bei dem Begriff „manuelle Medizin“ hätte ich hellhörig werden sollen. Der gute Mann sieht ebenso wie mein Zahnarzt sehr nett und harmlos aus.  Mittelgroß. Nix zum Fürchten! Aber mein Genick und meinen oberen Rücken zieren rote Striemen, wo er mir seine Finger zu rein therapeutischen Zwecken reingebohrt hat. Mir scheint beinahe, dass ihm sein Job wirklich Spaß macht. Hab ich ein Glück, dass mein Mann nicht Satisfaktion verlangt. So, wie ich in Mitleidenschaft gezogen bin. Naja, früher war das alles besser. Da hieß es nicht „Selbst ist die Frau!“ Da musste der Mann sein liebstes Eheweib noch beschützen. Stattdessen meint der Liebste, wir könnten uns eine Peitsche zulegen und ich könne es auch billiger haben. Ha ha, sehr witzig ist er, der mir Zugemutete Angetraute. Hat da auch noch seinen Spaß auf meine Kosten.

Die Muse rempelt kichernd den Schweinehund an und deutet zu  mir herüber. „Da ist heute volle Flaute. Frau Vro fällt nichts ein. Null Inspiration.“ Der Schweinehund blickt zweifelnd zu mir während er vor sich hin grummelt, ob das nicht eigentlich der Job einer Muse und so … und duckt sich gerade noch im letzten Moment. Weil ich eines der Sofakissen werfe und damit das spöttische Gelächter der Muse ersticke. Ja, jetzt bin ich inspiriert. Denke ich mir, als nur noch die roten Schuhe unter dem Kissen hervorschauen.

Zuletzt ist mir dann doch noch eine kurze Geschichte zur Inspiration eingefallen. Da ging es auch um eine Muse. Aber das erzähle ich der meinen nicht. Vorsichtshalber sollte ich alle Farbdosen wegsperren.

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