Meine Muse wünscht Frohe Weihnachten!

Lila Grazia Fantasia von und zu Größenwahn lässt euch schön grüßen. Sie wollte sich schon viel früher melden, hat sich aber außerstande gesehen, ihren virtuellen Verpflichtungen nachzukommen. Ich bin ja immer misstrauisch, wenn sie an den Computer will. Ihren Brief an euch durfte ich auch nicht lesen, bevor sie ihn online gestellt hat. Ich denke, das ist ihre Rache, weil ich sie die Geschenke nicht durchstöbern gelassen habe.

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Liebe Freunde von Frau Vro!

Ich hoffe, ihr hattet ein ganz wunderbares Weihnachtsfest. Wenn es so war wie das meine, dann habt ihr Glück. Meines war super. Ich hatte Bescherung mit Frau Vro und ihren Männern. Als das Glöckchen geklingelt hat, ist Prinz P gleich ganz aufgeregt ins Wohnzimmer. (Ihr erinnert euch, das ist der Jüngere von Frau Vro.) Dabei war das der Brummelbär, also der Ältere. Er hat heimlich auf Anweisung von Frau Vro das Glöckchen geläutet, weil der Jüngere schon aufgepasst hat wie ein Haftelmacher. Frau Vro sagt übrigens, ich darf nicht Brummelbär sagen. Er ist ein ganz lieber. Aber er macht gerade eine schwere Phase durch. Die nennt sich Pubität oder so in der Art.
Auf mich hat keiner geachtet, ich bin die ganze Zeit im Wohnzimmer gesessen. Ich habe Frau Vro beobachtet, wie sie sich bei der einen Schiebetür ins Zimmer geschlichen hat. Und wie sie die Kerzen angezündet und die Geschenke unter dem Baum verteilt hat. Ich wusste gar nicht, dass sie so leise sein kann. Also wirklich so unwahrscheinlich leise. Das muss ich mir merken. Womöglich schleicht sie sich einmal an mich heran, wenn ich es gar nicht brauchen kann.

Dann sind alle vor dem hell strahlenden Baum gestanden und wir haben dem Christkind gedacht. Der förmliche Teil war nur ganz kurz und dann ging es an die Geschenke. Prinz P hat mir meine überreicht. Gleich als erstes. Ich habe mich so sehr gefreut. Neue Garderobe. Juchuu! Er selber bekam einen Radlader von Lego. Ein geiles Teil, sage ich euch. Er hat aber auch den ganzen restlichen Abend und den nächsten Vormittag daran gebaut. Der Ältere hat seinen ersten Computer bekommen, den braucht er dann schon bald für die Schule. Später hat er den Jüngeren angebettelt, ob er ihm beim Lego-Bauen helfen darf. Aber der wollte nicht. Sogar der Mann von Frau Vro hat ein Lego bekommen. Und später sind sie draufgekommen, dass die Fernbedienung vom Lego-Roboter beim Radlader dazwischen funkt. Das war vielleicht ein Spaß.

Frau Vro hat jede Menge Bücher ausgepackt. Statt lesen ist sie jedoch kochen gegangen, während die Männer mit ihren Sachen beschäftigt waren. Sie hat einen wunderbaren, mit Dörrpflaumen gefüllten Schweinslungenbraten in Rotweinsauce fabriziert. Dazu gab es Kroketten und Speckfisolen. Hmmmm! Herrlich! Sie hat sich ein wenig gewundert, warum nur so wenig übrig geblieben ist, bis sie mich mit meinem dicken Bäuchlein gesehen hat. Ähem, ja! Dazu sage ich jetzt nichts mehr.
Den gestrigen ersten Weihnachtsfeiertag habe ich gemeinsam mit dem Ernst und dem Schweinehund verbracht. Rosalind ist mit Romeo ein paar Tage weg gefahren. Ich bin nicht sicher, was sie unternehmen wollen. Schifahren? Glaube ich nicht. Könnt ihr euch Rosalind auf Schi vorstellen? Ich nicht. Misi fehlt mir sehr. Der Reisefrosch von Frau Holle war so ein angenehmer und lustiger Gesprächspartner. Ich mag den Ernst auch, aber er ist immer so … naja, so … also … was soll ich sagen, er ist immer so …  ernst. Dafür ist der Schweinehund für jeden Blödsinn zu haben. Dazu den Ernst, dem alles gleich zu wild wird. Ja, wir hatten einen lustigen Tag. Außerdem waren wir ganz allein zu Haus. Frau Vro und die Männer sind zu ihrem Papa gefahren. Eine Schachtel mit ganz vielen Geschenken haben sie auch mitgenommen. Für all die Geschwister und deren Partner. Für die Nichten und den Neffen. Und für ihren Papa auch. Ich habe vorsichtshalber die Geschenke nochmal durchgeschaut. Aber Frau Vro hat mich nur ausgelacht und davon gescheucht. Sie meint, ich hätte schon alles bekommen, was für mich gedacht war. Sie hätte ganz sicher nichts übersehen.
Heute fahren sie schon wieder weg. Diesmal zur Mama von Frau Vros Mann. Da kommt auch wieder die ganze Familie zusammen. Und da hat sie schon wieder einen Korb mit Geschenken mitgenommen. Ich wollte einen Kontrollblick drauf werfen. Und Frau Vro hat mich schon wieder verjagt. Ich weiß nicht, was sie immer für ein Getue hat. Sie wirkt überhaupt etwas un-entspannt. Wie heißt das Zitat so schön? Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen! Das hat der Herr Goethe so gesagt. Damit hat er sicherlich recht. Falls die Frage auftauchen sollte: Nein, ich war niemals seine Muse.
Ich muss jetzt dann gleich los. Wenn sie dann weg sind, holen der Schweinehund und ich die letzten Vanillekipferl aus der Speis. Außerdem wollen wir uns den neuen Film ansehen, den das Christkind gebracht hat. „Die Schöne und das Biest“ – den Zeichentrickfilm. Ich finde das trifft es ganz gut. Auch wenn der Schweinehund gekichert hat, dass er eigentlich der Schöne sei. Ha ha ha. Der ist immer so lustig.
Ihr hört bald wieder mal von mir. Alles Liebe und feiert fest, dass es ordentlich kracht.

Eure Lila Grazia


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