Buch-Date: Endlich ist es soweit …

Huch, da war ja noch was!
Das Buch-Date ist diesmal ganz unaufgeregt an mir vorüber gegangen. Beim zweiten Mal bin ich schon sehr viel abgeklärter und längst nicht mehr so aufgeregt. Die Herrschaften Wortgeflumselkritzelkram und Zeilenende haben dieses Ereignis gewohnt souverän abgewickelt. Und während ich beim ersten Mal ein riesiges Tamtam um mein Buch-Date gemacht habe, wo ich bis heute noch darauf warte, dass mein vorheriger Buch-Date-Partner sich zu meiner Buchempfehlung äußert … ich fürchte das Schlimmste, wenn ich ehrlich sein soll … bin ich heute ganz die Ruhe selbst.
Floreca ist mein ausgeloster Buch-Date-Partner. Sie hat mir ein paar Bücher empfohlen, bei denen ich anfangs so gar nicht wusste, was ich damit anfangen soll. Und weil ich keinen wirklichen Favoriten hatte, habe ich einfach eines bestellt und mich überraschen lassen. Ehrlich, ich wusste nach dem Bestellen nicht einmal mehr, welches es war. Upsi! Aber im Unterschied zum ersten Mal war das Buch nach zwei Tagen da und ich konnte sofort loslegen.
Jetzt wollt ihr sicher wissen, worum ich da so ein Getöns mache. Wir Buch-Dater sind ja alle schon ganz gespannt, wer was gelesen hat. Denn diesmal sollte keiner verraten, welches Buch er sich aussucht. Wegen Weihnachten und Überraschung und so. Eh schon wissen! Gar nicht so einfach, wenn man zwischendurch eigentlich schon gern ein bisserl was verraten möchte.
Florecas drei Buchempfehlungen waren:
Meg Rosoff, So lebe ich jetzt
Matt Ruff, Ich und die anderen
Mark Haddon, Supergute Tage
Sie hat sogar geraten, welches Buch ich mir ausgesucht habe. Man glaubt es kaum, aber sie hatte Recht damit. Tada! Ja, Floreca, du hast genau ins Schwarze getroffen. Ich habe tatsächlich Supergute Tage gelesen.
Ich mache es mal kurz und kopiere da einfach die Kurzbeschreibung vom großen Internet-Bücherriesen herein: Christopher Boone ist fünfzehn Jahre, drei Monate und zwei Tage alt. Er kennt alle Länder und deren Hauptstädte sowie sämtliche Primzahlen bis 7507. Er liebt die Farbe Rot, hasst hingegen Gelb und Braun. Unordnung, Überraschungen und fremde Menschen versetzen ihn in Panik, denn Christopher leidet an einer leichten Form von Autismus. Als aber der Pudel in Nachbars Garten mit einer Mistgabel umgebracht wird, beginnt Christopher, aus seiner fest gefügten, kleinen Welt auszubrechen: Mutig stellt er den schändlichen Verbrecher und erfährt außerdem, was es heißt, in der Welt der Erwachsenen zu leben …
Jetzt ich! Das Buch liest sich flüssig und gut. Mich hat zuerst irritiert, dass die Kapitelzahl so schnell anstieg, bis ich bemerkt habe, dass das Primzahlen sind. Primzahlen sind mir gelinde gesagt ziemlich wurscht. Aber ich finde den Buchaufbau witzig. Wie Christopher unter der Anleitung seiner Lehrerin ein Buch schreibt. Was er besser nicht schreibt und was gut dazu passt. Das gefällt mir sehr. Etwas mehr beunruhigt hat mich, dass ich einige der Verhaltensweisen von Christopher bei einem meiner Kinder beobachte. Muss ich mir Sorgen machen? Doch dann habe ich mir gesagt: „Frau Vro, sei nicht so deppert und krieg dich wieder ein. Das ist ein Roman. Ticks haben wir alle mehr oder weniger. Lies und gib einfach Ruhe.“
Also habe ich gelesen und mich wirklich gut dabei unterhalten. Christopher wächst im Laufe des Buches über sich selbst hinaus, als er nach dem Mörder von Wellington, dem Hund der Nachbarin, sucht. Ich dachte eigentlich, dass das eine einfache Sache würde, mit dem Hund und so. Nett zu lesen. Feine Unterhaltung. Nichts Schweres. Nur was dann alles ans Licht kommt! Pfuh, das wäre schon für ganz normale Jugendliche schwer zu verkraften. Mehr mag ich jetzt gar nicht mehr drüber schreiben, damit ich nicht zu viel verrate. Könnte ja sein, dass ihr das Buch auch lesen wollt.
Ich bedanke mich sehr herzlich für das Buch-Date. Es war mir auch diesmal wieder ein Volksfest. Jetzt bin ich schon gespannt, liebe Floreca, was du gelesen hast und wie du es fandest.
Die Beiträge der anderen Buch-Dater findet ihr hier. Schaut doch einmal vorbei, wenn ihr auf der Suche nach tollen Büchern seid. Es lohnt sich ganz bestimmt.
Bis zum nächsten Mal dann wieder!

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4 Gedanken zu “Buch-Date: Endlich ist es soweit …

  1. Danke für die Besprechung, das ist ganz klar ein Buch, das ich mir selbst zu Weihnachten schenken würde, weil das genau nach meinem Humor klingt.
    Was dein Unwohlsein betrifft: Wenn man lang genug hinschaut, entdeckt man auch an sich selbst autistische Züge, gerade die Symptomatik von Asperger-Autismus ist schwierig. Ich kenne die Beunruhigung, von der du sprichst, entspann dich: Von der Norm abweichendes Verhalten ist nix schlimmes. Solange der Junior einen zufriedenen Eindruck macht und nicht leidet, ist er einfach eigensinnig und nicht krank. 🙂

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  2. Wenn man lange genug sucht, findet man bei jedem etwas von der Norm Abweichendes. Was aber ist die Norm? Du verwendest das Wort „eigensinnig“, das gefällt mir. Eigen-Sinn! Das ist doch auch so etwas, das von der Norm abweicht. Warum ist es eigentlich negativ besetzt? Eigen-Sinn! Das ist doch etwas im Grunde Positives.
    LG, Veronika

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