Die sportliche Missis und Frau Vro. Keine Liebesgeschichte.

Also mit uns wird das nichts. Nein! Nicht mit euch. Das meine ich nicht. Ihr seid okay. Ich meine jemand anders. Mit der sportlichen Missis und mir wird das nichts. Ich hätte es von Anfang an besser wissen müssen. Ich und Rosa passen nicht zusammen. Und damit meine ich diese ganz bestimmte Art von Rosa. Dieses Örks-Rosa. Wenn was so extrem auf Rosa und Frauen hindeutet, sollte ich misstrauisch werden. Nichts gegen Frauen. Ich bin schließlich selber eine und man kann nicht oft genug zusammenhalten. Gibt es doch noch viel zu tun bezüglich Frauenrechte überall auf der Welt und auch hier bei uns. Aber wenn zu viele Frauen auf einem Fleck beisammen sind, dann kann das schnell gruselig werden.

So wie bei der sportlichen Missis. Zu bestimmten Zeiten sind da einfach zu viele meiner Art beisammen. Zu viele auf zu wenig Raum, die zu viel Lärm machen. Und zwar nicht diesen keuchenden angestrengten konzentrierten Lärm, den man in Einrichtungen wie bei der sportlichen Missis erwarten möchte. Nein! Eher diesen brabbelnden tratschenden kichernden Lärm, der davon zeugt, dass sich die Damen nicht genug anstrengen und noch genug Puste zum Reden haben.
Ich habe gar nicht sofort realisiert, dass es das ist, was mich so stört. Der Yoga-Kurs ist auch sehr frauenlastig, aber da war das noch nie ein Thema. Da wird auch gelacht und gescherzt. Nur weniger. Und es ist mehr Raum. Eine ganze Turnhalle, um genau zu sein. Viel Reden können wir nicht, das ist Power-Yoga. Da muss ein jeder schauen, dass er mit der Luft auskommt. Bei der sportlichen Missis und diesem einen Tag, wo alle geschnattert haben – das war ein regelrechter Schock.
Ich muss bei meinem ersten Besuch einen denkbar schlechten Zeitpunkt erwischt haben. Seitdem war das nämlich nie mehr so, das sage ich jetzt frei und ehrlich heraus. Da täte ich allen Damen Unrecht.
Trotzdem hätte ich es wissen müssen. Rosa und konzentrierte Frauenpower wird mir schnell zu viel. Mit den Sportgeräten bei der sportlichen Missis hatte ich noch nie zu tun. Kann ich mir ja mal ansehen. Den Horizont erweitern. Rund um mich schwärmen alle davon. Weil man die drei Zyklen an Geräten und Übungen gleich durch hat und weil es wirklich was bringt. Okay. Guck ich halt mal.
Aber diese Geräte! Die sind ja sowas von saufad. Jedenfalls finde ich das. Wobei ich mir noch ein wenig Zeit geben mag. Yoga fand ich ja anfangs total deppert. Und Rad fahren auch irgendwann mal. Früher. Und schaut, wo ich jetzt bin! Ich war mit dem Power-Yoga und meinem Mountainbike gut ausgelastet. Blöderweise soll ich die Radlerei jetzt bei dem Wetter sein lassen. Ist nicht gut für meine Nebenhöhlen. Also muss eine Alternative her. Warum nicht einmal bei der sportlichen Missis schnuppern.
Tja, jetzt bin ich da auch dabei. Zumindest hatte ich soviel Verstand, dass ich die Variante mit monatlicher Kündigungsmöglichkeit genommen habe. Weil ich nicht glaube, dass wir für lange Zeit glücklich miteinander werden. Einmal pro Woche zum Trainieren geht ganz gut. Aber ein zweites Mal wird schon schwierig. Entweder wird die Zeit knapp oder die Kinder sind zu betreuen, zu chauffieren oder sonst was. Und die ganze Zeit denke ich nur daran, dass ich ja wieder hin sollte. Weil einmal die Woche ist schon wenig und mit zweimal zahlt es sich mehr aus, sowohl trainingstechnisch wie auch finanziell. Das macht mir Druck. Wenn mich etwas völlig unnötig stresst, dann denke ich an Aussteigen und an Flucht. Dann überlege ich … also echt jetzt, wenn ich das Programm vom letzten Yoga einfach auf der Matte im Wohnzimmer durchziehe … das geht besser, wenn ich es so recht bedenke … Irgendwas spießt sich ganz gewaltig.
Erschwerend dazugekommen ist wohl auch eine sehr motivierte Trainerin. Ich muss nicht dauernd hören, wie talentiert ich bin, was für ein Naturtalent und wie perfekt ich mich zu den Geräten setze und wie toll und gekonnt ich dehne. Verdammt, ich weiß das alles! Also nein, vergesst das. Aber im Ernst, ich brauche das nicht und ich mag das auch nicht, wenn ich so rundum betüdelt werde. Alles mit Maß und Ziel! Bitte!
Ja, das ist jetzt auch weniger geworden. Ich bin froh drum. Jetzt sind da nur noch die Geräte, die ich sterbenslangweilig finde. Daran wird sich wohl auch nichts ändern.
Natürlich wurde ich gefragt, ob ich ein persönliches Trainingsziel habe. Nein. Ich nehme mir nicht vor, x Kilo abzunehmen. Ich stelle mich nicht regelmäßig auf die Waage. Mein Hosenbund ist da sehr zuverlässig in diesen Dingen. Wenn er zwickt, dann ist es zu viel. Wenn er schlottert, dann ist es gut. Ich will meinen Mann beim Armdrücken besiegen und Liegestützen machen, während die Kinder auf meinem Rücken sitzen. Eh einfach. Oder? Mit einfachen Worten: Nein, ich habe kein spezielles Trainingsziel.

Ein paar Mal war ich jetzt schon. Es macht sogar Spaß. Ein bisschen. Wirklich. Wenn ich mir das sehr einrede. Weil: Yoga macht mehr Spaß. Sehr viel mehr. Und ich habe jetzt mein persönliches Trainingsziel doch noch gefunden. Dass ich nämlich bis Weihnachten durchhalte. Wenn ich es dann immer noch so nervig finde, dann kündige ich meine Mitgliedschaft wieder. Dann war es ein Versuch und ich weiß zumindest, was ich nicht will. Spätestens ab dem Frühjahr sitze ich wieder auf dem Mountainbike. Dann kommt die Gartenarbeit und wärmer wird es auch wieder. Dann geh ich nicht mehr zur sportlichen Missis. Bleibt mehr Platz für andere. Obwohl ich für meinen Teil nie viel Lärm mache.

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2 Gedanken zu “Die sportliche Missis und Frau Vro. Keine Liebesgeschichte.

  1. Okay … Ich habe einen Augenblick gebraucht, bis mir der Zusammenhang klar wurde und du das rein weibliche Pendant zu meinem Freund, dem Sohn des Fit meintest … Den beehre ich 3x pro Woche. Und da läuft nur laute Musik, kein Geschnatter. Vielleicht eine Alternative? Aber die Geräte sind wahrscheinlich genau so langweilig. Das muss man wohl mögen.

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  2. Ich denke auch, dass man die Geräte mögen muss. Ich kuriere erstmal meine Nebenhöhlen aus und dann sitze ich ohnehin wieder am Mountainbike. Gemeinsam mit Yoga ist das eine gute Kombi. Einen Versuch war es trotzdem wert. Manches muss man ausprobieren, damit man weiß, dass man es nicht mag. 😉

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