Montagsfrage: Was outet mich als Bücherwurm?

Das Buchfresserchen fragt diesmal, welche fünf Eigenarten/Verhaltensweisen mich als Bücherwurm auszeichnen. Einmal abgesehen vom Lesen.
Zuerst einmal! Ich bin kein Bücherwurm. Jedenfalls kein Wurm. Freund Wiki meint dazu Folgendes: Als Wurm bezeichnet man ein Tier mit gestrecktem, drehrundem oder abgeflachtem Körperbau. (Okay. Fassen wir zusammen, gestreckten Körperbau habe ich je nach Auslegung, drehrund ist er auch, abgeflacht mitnichten.) Das Fehlen von Extremitäten wie Beinen oder Fühlernsowie eine daraus resultierende kriechende Fortbewegungsweise sind ebenfalls typisch. (Das trifft nicht zu. Ich habe Arme und Beine, aber keine Fühler. Jedenfalls keine sichtbaren. Und ich krieche nicht. Außer wenn ich ein Buch unter dem Sofa hervorholen muss.)
Den meisten Würmern fehlt zudem ein festes inneres oder äußeres Skelett (Wer jetzt behauptet, ich sei rückgratlos, der soll nur mal herkommen! Na? Traut sich wer? Wer wagt es? Der bekommt nämlich die geballten Vorderenden meiner Extremitäten zu spüren.)
Vielleicht ersetze ich den Bücherwurm durch Leseratte. Das trifft eher zu. Ins Detail möchte ich da jetzt aber nicht gehen.
Ob ich also eine Leseratte bin und wie man das erkennt?
1) Ich habe immer ein Buch in der Tasche. Zwischenzeitlich war stattdessen ein Strickprojekt mein ständiger Begleiter, aber diese Phase ist vorbei. Jetzt reist wieder das Buch mich. Manchmal brauche ich ein dünnes Zweitbuch, weil ich das dicke von daheim nicht mitschleppen will.
2) Ich mag schöne Lesezeichen. Ein Buch braucht ein Lesezeichen. Oder eine schöne Karte mit einem hübschen Spruch von einem netten Menschen. Die tut es auch. Wenn ich mein Buch aufschlage und zuerst das Lesezeichen oder die Karte erblicke, dann macht mich das glücklich. Wenn das Lesezeichen neben dem Buch liegt, kommt garantiert die Meldung von einem der Kinder „Das war keine Absicht! Das ist mir so passiert!“ Weil ich Lesezeichen aber nicht 100%ig vertraue, merke ich mir meist ohnehin die Seitenzahl.
3) Manchmal komme ich in eine fremde Wohnung und denke mir: „Wow, wie aufgeräumt und groß und geräumig … und irgendwie kalt und unpersönlich!“ Nur um bei mir zuhause festzustellen, dass ich da nirgendwo Bücher gesehen habe. Bücherlose Wohnungen wirken auf mich wie gesichtslose Menschen. Angeblich soll Existenz ohne Bücher möglich sein. Ein bekannt-berüchtigter Landeshäuptling behauptet, Zeit seines Lebens nur ein Buch fertig gelesen zu haben. Wer hat den eigentlich gewählt???
4) Buchhandlungen sind für mich am ungefährlichsten, wenn sie über Mittag geschlossen haben. Könnte schon sein, dass ich verdächtig vor dem Eingangstor herumlungere, bis sie endlich wieder öffnen.
5) Ich borge mir in der Bücherei immer mehr Bücher aus, als ich lesen kann. Aber wenn ich einen Stapel Bücher im Korb heimschleppen kann, fühle ich mich wie der Neandertaler, der ein Mammut erlegt hat.
Per Definition bin ich dann wohl eine Leseratte. Oder von mir aus auch ein Bücherwurm. Ich frage mich nur, wie der Bücherwurm die Seiten umblättert. Da wäre ein E-Reader vielleicht vorteilhafter, wo man mit Wischen und Wedeln weiterkommt. Aber den habe ich bisher ja verweigert. Ich schleppe noch die antiquierten Formen der mit Druckerschwärze bedruckten Seiten mit mir herum.

Dann bin ich doch eher ein Leserattee.

Und wie ist das mit euch?


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