Zwei noch nicht ganz so Alte unterm Kischbaum.

Waldorf und Statler aus „The Muppet Show“ (©Jim Henson/Walt Disney)

 

Der Kollege und ich sitzen wieder am Bankerl unterm Kirschbaum. Heute etwas früher als sonst. Das ist die Zeit, wo viele der anderen Kollegen aus der Produktion nach Hause fahren und hier vorbei kommen.

Für die Dauer eines Automatenkaffees und (s)einer Zigarette sitzen wir da im Schatten des kirschlosen Baumes und betreiben sommerlich luftig-leichte Konversation. Jedesmal, wenn wieder jemand vorbei fährt, können wir uns nicht bremsen und geben Kommentare ab.

Wir schauen. Die schauen. Manche sehen uns und winken. Freundlich. Belustigt. Huldvoll. Es ist alles dabei. Manche grinsen. Manche sind müde. Manche wirken säuerlich – aus welchem Grund auch immer. Manche schauen stur geradeaus. Wie ich früher, als ich den Kirschbaum noch nicht gesehen hatte.

Wir fachsimpeln ziemlich sinnbefreit darüber, ob schöne Menschen ein schönes Auto brauchen. Oder warum ein schöner Mensch auch noch ein schönes Auto brauchen sollte! Oder dass nicht so schöne Menschen manchmal ein schönes Auto brauchen. Ich werfe ein, dass ich so etwas gar nicht nötig hätte und deshalb meine Rumpel ausreichend wäre.

Ich mache mir ohnehin nichts aus protzig sportlichen Fahrwerken. Mein Auto der Wahl wäre eher etwas in Richtung Jeep oder Pick-up. Irgendwas mit Kraft. Das ordentlich beschleunigt. Wo ich auch mal zehn Säcke mit Gartenerde, eine Schaufel und den Hund, der gerade im schlammigen Tümpel hat baden wollen, einladen kann, ohne dabei eine Krise zu bekommen. Ach ja, das Mountainbike, an dem noch der halbe Wald dran klebt, passt auch noch dazu. Also ein Auto zum Arbeiten und nicht zum Präsentieren. Wobei ich keinen Hund besitze. Außerdem braucht es keinen Pick-up für zehn Säcke mit Gartenerde und eine Gartenschaufel. Das bekomme ich mit etwas Schlichten auch in meinen kleinen Ford hinein. Nur für den Hund ist dann kein Platz mehr. Aber den habe ich ja ohnehin nicht. Habe ich schon gesagt. Oder? Mit viel gutem Zureden brächte ich das Radl auch unter. Wetten? Und schließlich und endlich muss ich mit der Wahl meines Autos nichts kompensieren, wie man es Männern mit großen Autos gerne nachsagt.

Da sitzen wir also in unserer Loge in der Oper auf dem Bankerl unterm Baum – ich finde, der eine Ast gehört gekürzt, man sieht ja gar nicht gut vorbei – und denken zeitgleich an die beiden Alten aus der Muppet Show. Wie hießen die gleich noch mal? Ahja! Waldorf und Statler. Die immer sarkastisch dazwischen rufen. Mhm. Das können wir grade so gut. Wenn nicht sogar besser.
 
 
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