Frau Vro und der Schweinehund machen eine Ausfahrt.

Es ist früh am Morgen. Mein freier Tag. Ich wache auf und fühle mich wie vom Bus überfahren. Wie sehr ich auch grüble, ich komme nicht darauf, welcher Bus das gewesen sein könnte. Der Schweinehund und ich sind uns einig, dass wir die Kinder aus dem Haus scheuchen und uns dann auf die Couch verkriechen, wo wir uns selber Leid tun und die Seele ein wenig streicheln.

Dann sind die Kinder in der Schule, der Mann in der Arbeit und ich fühle mich immer noch total schlapp. Die Sonne scheint freundlich beim Fenster herein und irgendein Teil von mir holt die Radhose aus dem Kasten und füllt die Trinkflasche an. Der andere Teil verdreht die Augen und fragt, ob das jetzt wirklich sein muss.

Der Schweinehund ist entsetzt. So war das nicht ausgemacht.

Letztlich findet sich Frau Vro mitten in der Pampa auf dem Drahtesel wieder.

Umgeben von grünen Wiesen und noch grüneren Wäldern strample ich mich ab. Und tu mir leid. Weil der Schweinehund mir den Kreislauf runtergedreht hat. Er ist ein mieser Typ, der mit allen Mitteln arbeitet.

Ich will das Rad in den Graben pfeffern, mich an den Straßenrand hocken und weinen. Bis jemand kommt und mich mitnimmt. Ich mag überhaupt nicht. Was tu ich da?

Genau! Ganz sicher wird ausgerechnet hier jemand vorbeikommen! Mitten im Wald. Ich lache mich selber aus – sarkastisch und böse.

Weil es ja ohnedies nichts hilft, strample ich mich weiter ab, fahre auf dicht bewachsenen Pfaden, die kaum erkennbar sind. Brennnesseln. Das Gras nass und hüfthoch. Die Schuhe durchweicht. Spinnweben im Gesicht. Ich hab ja einen Vogel! Als ob es nicht reicht, dass ich bar jeglicher Motivation durch die Gegend trete. Warum bleibe ich nicht auf der Straße?!

Nach einer halben Stunde Quälerei geht es mir auf einmal gut. Der Schweinehund hat aufgegeben. Jetzt könnte ich den ganzen Tag so weiter fahren. Ich finde es super. Leider reicht die Zeit nicht mehr. Ich muss wieder zurück.

Daheim liegt alles im Argen. Nichts geschehen. Heinzelmädchen Rosalind sitzt mit der Muse auf der Couch und spielt Karten. Der Schweinehund ist beleidigt, weil er sich mit mir herumplagen musste. Er wäre viel lieber bei den kartenspielenden Mädels daheim geblieben. Er jedenfalls hat genug und stapft davon. Ihn sehe ich heute nicht mehr.

Naja, dann muss ich jetzt wohl die unerledigte Arbeit machen …

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