China, die Tusche und immer noch ich.

Wer hätte das gedacht!? Aber die Tuschemalerei hat mich gepackt. Mehr als irgendeine Malerei je zuvor.

Mit Bedauern stelle ich fest, dass ich im Kurs kaum Zeit für Irgendetwas hatte. Das waren rudimentärste Grundkenntnisse, die ich mir angeeignet habe. Nicht genug. Überhaupt nicht genug. Ich will mehr!

Jetzt durchstöbere ich das Internet nach mehr Information. Suche nach Tuschebildern zum Nachmalen und Üben. Zum Geburtstag wünsche ich mir ein Buch zu dem Thema. Oder eigentlich sind es sogar mehrere Bücher. Macht nichts. Es kommt ja auch noch Weihnachten!

Meine neuen Pinsel haben Schlaufen zum Aufhängen. So sollten sie aufbewahrt werden. Hängend. Damit die Haare nicht auseinander fallen. Im Keller finde ich eine Wurzel von einem Weinstock.  (Die habe ich einmal aus der Wachau mitgenommen zu Dekozwecken.) Diese bohre ich nun mehrfach an und schraube Haken hinein.  (Sogar die Haken sind da. Was ich alles daheim habe!) Ich befestige die Wurzel an einem langen Metallstab und habe dann keine passende Basis. Provisorisch und vorübergehend muss es ein Holzstück tun. Aber in meinem Hirn arbeitet es. Ich suche nach Ideen und Möglichkeiten, wie ich das ganze auf meine Weise ansprechend und trotzdem praktisch gestalten kann.

Den Speckstein habe ich wider Erwarten ganz plötzlich gefunden. Ganz woanders als ich vermutet habe. Was für ein Zufall, dass ich ausgerechnet in dieser Schachtel im hintersten Dachbodeneck herumgekramt habe. Er ist mir regelrecht zugefallen.

Diesmal war dafür das Schnitzwerkzeug weg. Das habe ich verräumt, weil mit Gewalt nach etwas suchen ja ohnehin nichts bringt. Weil: Kein Speckstein, kein Schnitzwerkzeug!
Der Speckstein ist wieder da, das Schnitzwerkzeug nach einigem Überlegen auch.

Oh, Frau Vro, du und dein gelebtes Chaos!

Natürlich habe ich sofort einen ersten Namensstempel geschnitzt. Mit den groben Feilen die Grundform, mit dem feinen Werkzeug dann meinen Namenszug. Ausprobiert. Mangels Siegelpaste die Farbe mit dem Pinsel aufgetragen. Völlig unzulänglich. Aber prinzipiell funktioniert es und schaut halbwegs okay aus. Für einen ersten Versuch zumindest!

Siegelpaste und Papier habe ich bestellt. Einstweilen übe ich auf Zeitungspapier. Das ist zwar dicker, hat aber ungefähr die Saugkraft vom chinesichen Papier. Am besten sind die Seiten mit Jahresbilanzen. Da sind keine Bilder drauf. Jetzt liegt da ein Jahresabschluss von 2014 vor mir mit Bambusstängeln und Bambusblättern drauf. Mein Mann nennt das eine „geschönte Bilanz“. Mir gefällt die Doppeldeutigkeit!

Die Siegelpaste. Ich will eine haben. Nein – ich muss eine haben. Natürlich gäbe es die auch in hübschen flachen Porzellanschälchen mit Deckel und entsprechendem Motiv. Einem Drachen oder einem Zweig mit Pflaumenblüten. Allerdings zu einem Preis, dass mich die Vernunft nun doch zurückpfeift. Für den Moment tut es die Metalldose.

Irgendwann wird mir genau das Richtige zu-fallen. Zu gegebener Zeit treffe ich genau auf das, was gut und richtig und in diesem Moment passend für mich ist.  Das ist immer so.

In der Zwischenzeit male ich wieder Bambus. Auf Zeitungspapier.

Eine geschönte Bilanz.

Während ich noch schreibe, kommt der Paketdienst und bringt mir eine Rolle Papier und die Siegelpaste. Aquarellfarben in Tuben sind auch dabei. Ich freue mich wie ein Schneekönig!

Ich muss das jetzt gleich sofort ausprobieren! Bis bald also…

 

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Ein Gedanke zu “China, die Tusche und immer noch ich.

  1. Pingback: Frau Vro, China und ein wenig Tusche. Eine Neuauflage. | vro jongliert

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